Der Raub von Aufmerksamkeit

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Denkanstoß: Der Raub von Aufmerksamkeit

von Jürgen Weist

Je mehr es in unserer Welt „piept, ploppt, twittert, und livetickert” (so der Journalist Henning Sußebach), je mehr mediale Verfügbarkeit „rund um die Uhr” normal wird, desto wichtiger wird es für manchen von uns, sich vor dem Raub von Aufmerksamkeit zu schützen. Noch nie in der Menschheitsgeschichte wurden unsere Gehirne von so vielen Reizen bestürmt und je – nach Tagesform - manchmal auch überflutet. Anfang Mai hat der Bundesrat die Anti-Stress-Verordnung 

beschlossen …, nicht zuletzt, weil psychische Erkrankungen wieder mal beachtlich angestiegen sind.

Was tun?

Selbstfürsorge und Selbstverantwortung sind Stichworte erster Wahl:
Ich kann nur ändern, was mir bewusst ist, also: Üben Sie sich darin, die Anzeichen von Be- bzw. Überlastung zu erkennen. Hinweise können sein:

  • Gedankliche Unruhe (ein Gedanke jagt den nächsten …)
  • Konzentrationsschwierigkeiten (man kann die Energie nicht bündeln, nicht bei der Sache bleiben)
  • Nachlassen der Denk- und Handlungsfähigkeit (alles dauert endlos, fühlt sich schwierig an)
  • Einschränkung der Emotionalität (das „mit Gefühl“ geht verloren, Lustlosigkeit wächst)
  • Handlungsflexibilität sinkt (auf Autopilot gehen, Ungeplantes wird als stressig erlebt)
  • Kontrollverlust (man lässt sich gehen, ist unbeherrscht, sich abgrenzen fällt schwer)
  • Geistige oder körperliche Rückzugstendenzen (wegwollen, Atem wird flach usw.)

Wenn einer oder mehrere Aspekte auftauchen, kann es hilfreich sein, - sich zu erlauben - gezielt zu entspannen. Beispiele dafür sind:

  1. Zu Pausieren (auch kurz, Powernapping, Mittagsschlaf usw.)
  2. Entschleunigung (bewusst langsames Tun einschieben, „etwas genießen”)
  3. Zeit für „Nichts“ einplanen (Tagträumen, nur da sein, Sinnvoll-loses tun ...)
  4. Meditieren
  5. Anderen dabei helfen, sich zu entspannen ...

Gehen Sie mit Ihrer wertvollen Aufmerksamkeit bewusst um, und vor allen Dingen: Schenken Sie sich selbst welche …
Sie haben einen Impuls zu diesem Denkanstoß? Schreiben Sie uns einfach eine Nachricht. Danke.

Weitere Denkanstöße, Ideen und Anregungen finden Sie (un)regelmäßig auch unter www.bemerkenswertes.de