Wer was Besonderes sucht, findet das eigene Besondere nicht gut…

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Denkanstoß: Wer was Besonderes sucht, findet das eigene Besondere nicht gut...

von Sabine Babnick

Teil 1: Kürzlich morgens – im Urlaub am Strand - beim Muschel sammeln, kam mir in den Sinn, dass es einen wesentlichen Unterschied macht, einfach nur so zu suchen, also ohne konkrete Vorstellungen, eher mit einer absichtslosen bzw. „agenda-freien" Einstellung. Sprich, nur zu schauen, was tatsächlich da ist, als mir z.B. eine ganz konkrete Muschelform (besonders groß, besonders schön oder wie auch immer) vorzustellen und finden zu WOLLEN.

„Ist doch klar", mögen einige vielleicht zu dieser Erkenntnis sagen. Ja, als mir das so in den Sinn kam, was es mir das auch und dennoch ertappte ich mich dabei, dass sich bei mir über den Verlauf einiger Zeit durchaus eine bewusste oder vielleicht auch unbewusste Erwartungshaltung immer wieder einschlich, besonders dann, wenn ich im Vergleich gesehen hatte, welche Muscheln andere gefunden hatten ...

Da ich zu dieser Zeit das Thema Berufung wieder verstärkt ins Auge fasste, kam mir die Möglichkeit einer Parallele zwischen der Muschel-Geschichte und dem Aspekt, seine eigene Berufung zu finden in den Sinn.
Was, wenn die These „meine eigene Berufung ist schon da, aber wo bin ich?" stimmen würde und ich mir durch bewusste oder unbewusste Vorstellungen über meine Berufung, mir dadurch „das Finden" meiner Bestimmung verwehren würde?
So wie ich auch bei den Muscheln durch einen bestimmten Fokus das Finden oder eben Nicht-Finden (unbewusst) beeinflussen oder gar verhindern konnte?

Teil 2: Kennen Sie das auch, dass Talente oder Fähigkeiten von Ihnen, die für Sie irgendwie schon immer da waren und Ihnen auch leicht fallen, zu etwas absolut Selbstverständlichem geworden sind? So selbstverständlich, dass dies ja eigentlich gar nicht (mehr) der Rede wert ist?
Genau, so selbstverständlich und normal und vor allem ganz dicht vor der eigenen Nase, dass es paradoxerweise naheliegender scheint, diese Talente zu übersehen und die eigene Berufung in der Ferne, irgendwo da draußen zu suchen? Damit man auch ganz sicher viel Zeit beim Suchen verbringen kann.
Berufung nicht finden – garantiert! Selbstverhinderung hat viele Gesichter ...

Manchmal lässt sich die eigene Berufung fast ernüchternd kurz in einem simplen Satz formulieren wie: Ich bin da, um Freude ins Leben zu bringen oder ich bin da, um für andere einen Beitrag zu leisten.
Mal ehrlich, so prickelnd hört sich das ja nun erstmal nicht an, „da sein, um für andere einen Beitrag zu leisten". Da sollte es doch schon etwas Großartigeres oder Aufregenderes als Berufung zu finden geben... vielleicht Berühmtwerden, auf jeden Fall etwas Besonderes ...also weiter suchen... diese unscheinbare Muschel vor meinen Füßen sicherheitshalber liegenlassen (man weiß ja nie, vielleicht kommt ja noch was viiiiiiiiel besseres ...).

muschel kleinWas aber, wenn man sich erlauben würde, diese „ich bin da, um für andere einen Beitrag zu leisten"-Muschel doch ernst zu nehmen? Und auch anzunehmen? Und mit ganzem Herzen und Spirit, mit Lebendigkeit auszufüllen und ganz in sein Leben zu bringen? Unabhängig davon, welche konkreten Formen die „Umsetzungs-Projekte" dann auch haben würden und in welchen Bereichen Ihres Lebens wie Familie, Beruf, Alltag etc. Ihre Berufung dann Raum fände und aufblühen würde? Die abschließende Frage: Wie wäre das für Sie, sich ganz in diesem Sinn auszurichten?

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