Existentieller und funktionaler Wert

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Denkanstoß: Existentieller und funktionaler Wert

nach Jürgen Weist

Es gibt Menschen, die das Gefühl liebenswert zu sein, in Ordnung zu sein, nur dann erleben, wenn Sie etwas dafür tun, bzw. etwas geleistet haben. Dazu eine Idee ...

Es gibt natürlich verschiedene Ebenen auf denen man Selbstwert erleben kann. Zwei grundlegende Ebenen sind die existentielle und die funktionale Ebene. Mit funktionaler Ebene ist gemeint: In wie vielen Zusammenhängen tragen Sie zum guten Funktionieren von Systemen bei? Die meisten von uns gehören ja ganz unterschiedlichen Bereichen an. Wir tragen zur Familie bei, am Arbeitsplatz, im Verein usw. Was wir in diesen Zusammenhängen beitragen, das macht unseren funktionalen Selbstwert aus. Man könnte dies auch den Bereich der bedingten Zuwendung nennen. Das heißt: Ich bekomme in der Regel Zuwendung, wenn ich bestimmte Bedingungen erfüllt habe.

Der existentielle Wert ist der, den ich allein dadurch besitze, dass ich da bin, dass ich lebe. Für viele, gerade in unserer Leistungsgesellschaft, nicht unbedingt die Grunderfahrung. Da geht es darum, dass Sie wertvoll sind, weil Sie sind. Die Tatsache, dass Sie leben, Bewusstsein besitzen usw. ist unendlich wertvoll. Machen Sie sich dies immer wieder klar! Das ist der Bereich der unbedingten Zuwendung. Hier besitzen Sie Wert, ohne etwas dafür tun zu müssen. Das ist quasi Ihr Grundwert, vielleicht vergleichbar mit Ihrer Menschenwürde.

Für das eigene Selbstwertgefühl kann es ganz hilfreich sein, wenn Sie Ihren Grundwert u n d Ihren funktionalen Wert anerkennen. Der Grundwert ist eher das innere Geschäft und funktionale Bestätigung kommt meistens eher von außen.
Beides zusammen, in gesunder Mischung, sind stabile und zuverlässige Quellen für Ihr Selbstwerterleben.

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