Bedürfnisse sind der Treibstoff fürs Handeln.

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Denkanstoß: Bedürfnisse sind der Treibstoff fürs Handeln.

nach Jürgen Weist

Das, was ich jetzt (be)schreiben werde, klingt womöglich erst einmal banal oder manchem viel zu einfach. Aber wie immer steckt der Teufel im Detail ...

Das Wort Bedürfnis kommt von Bedürfen, es gibt also einen Bedarf. Etwas oder jemand braucht etwas. Wozu eigentlich? In der Theorie würde ich sagen, um eine Art Gleichgewicht (Homöostase) aufrecht zu erhalten. Wird der Bedarf nicht erfüllt, bleibt er unerfüllt, manchmal wird daraus dann eine Not. Wir sprechen dann auch davon, dass etwas benötigt wird oder etwas wird notwendig, wendet eine entstandene Not.

Man könnte also meinen, Bedürfnisse haben viel mit Erhalt, Ausgleich, Balance usw. zu tun. Wie ist das bei Ihnen? Wie erleben Sie eigentlich Bedürfnisse? Wie denken Sie (und Menschen in Ihrem Umfeld) darüber nach? Sind es einfach nur nervige Störimpulse oder unverzichtbare lebenserhaltende Informationen? Und ... liegt nicht jedem Handeln letztlich irgendein Bedürfnis zugrunde?

Ich komme nun zu zwei Grundfunktionen, die es braucht, wenn ein Bedarf ausgeglichen werden soll:

  1. Die Wahrnehmung des Bedürfnisses
  2. Die Umsetzung in eine Handlung

Ich weiß, dass dies eine unzulässige Vereinfachung ist. Da spielen noch Aspekte wie die Situation (Kontext), Bewertung (und damit Werte- und Überzeugungssysteme) und vieles andere eine Rolle. Lassen Sie uns bitte bei den beiden Grundfunktionen bleiben. Glauben Sie mir, das ist schon anspruchsvoll genug.

Wahrnehmung des Bedürfnisses
Wahrnehmungsvermögen, Fühlen, Intensität des Reizes und weiß Gott was spielen hier eine Rolle. Hier ist die Frage von Bedeutung: Wer nimmt wann welchen Bedarf überhaupt wie wahr?
Oder als Mangelfokus: Was braucht es, damit Bedürfnisse noch feiner, früher oder überhaupt wahrgenommen werden?

Umsetzung in eine Handlung
Was braucht es, um den wahrgenommenen Bedarf in eine angemessene Handlung zur Erfüllung umzusetzen? Habe ich die Energie, die innere und äußere Erlaubnis? Timing? Oder was auch immer ...
Defizitär gefragt: Was hindert, hält einen davon ab, ein wahrgenommenes Bedürfnis in Handlung umzusetzen?

Manche sind gut darin, wahrzunehmen, was sie brauchen, haben aber mit der Umsetzung ein Thema. Bei anderen ist es genau umgekehrt. Und überhaupt, wo kämen wir denn hin, wenn alle ihre Bedürfnisse erfüllen könnten...? Gegenfrage: Wohin kommen wir denn, wenn nicht?

Also langer Rede kurzer Tiefsinn: Dieser Denkanstoß soll Sie erst einmal zur Arbeit im „Trockendock“ anregen. Experimentieren Sie spielerisch mit einer sich ausweitenden, vertiefenden Wahrnehmung Ihrer Bedürfnisse. Und wenn es sich mal nicht vermeiden lässt, dann tragen Sie doch - auch dies spielerisch entspannt - einmal dazu bei, dass Ihre Bedürfnisse direkt oder via anderen erfüllt werden. Und dann ...ja, dann nehmen Sie wahr, wie es Ihnen und anderen damit geht. Welche Zustände entstehen? Was macht das mit Menschen? Trägt es zu mehr oder weniger Lebendigkeit bei usw.? Oder was immer auch Ihnen wichtig ist ... bringen Sie „das“ auf die pragmatische Ebene von Bedürfnissen ...
Für die Profis: Wenn Sie das schon können, legen Sie einfach noch ein Quentchen zu. Oder werden Sie unmittelbarer, direkter ... kaum nehmen Sie einen Bedarf wahr und schon erfüllen Sie ihn. Oder werden wahrhaftiger, sprechen aus, was Sie wahrnehmen ... oder was auch immer.

Kein Gerede: Ich glaube die Welt ist (vollkommen und zugleich) voll unerfüllter Bedürfnisse.

Sie haben einen Impuls oder eine persönliche Frage zu diesem Denkanstoß? Schreiben Sie uns einfach eine Nachricht. Danke.

Weitere Denkanstöße, Ideen und Anregungen finden Sie ab sofort regelmäßig immer donnerstags unter www.bemerkenswertes.de.