Gibt es da etwas Bösartiges in uns …?

denkanstoss

Denkanstoß: Gibt es da etwas Bösartiges in uns ...?

nach Jürgen Weist

Nein, keine Angst, ich werde keine Abgründe öffnen. Ich werde nicht fragen, ob es das Böse an sich oder den Teufel gibt. Ich bin vielmehr an Wirkungen im Alltag interessiert. Mich beschäftigt die Frage, wie kann ich (und andere) angemessen mit Phänomenen umgehen, die sich wiederholt zeigen?

Worauf ziele ich heute? Wilhelm Reich nannte es die „Emotionale Pest“, in der Psychoanalyse wird es als neurotische Schicht beschrieben, Eckhart Tolle nennt es den Schmerzkörper (Videolink). Ich spreche im Seminar manchmal von der dunklen Frustmasse in mir. Also all´ den kleinen und großen Bewegungen in mir, die auf Ablehnung, Zurückweisung oder Verschlossenheit getroffen sind und so steckengeblieben und vielleicht sogar verhärtet sind. Einer meiner Lieblingspoeten (Khalil Gibran) meint dazu: Was ist Hass anderes als geronnene Liebe?

Die Wirkungen, wie immer man „das“ auch benennt, sind nach unseren Erfahrungen: Widerstand gegen Entwicklung, Ablehnung von Lebendigkeit (bis hin zur Unterdrückung) und das ganze Portfolio von Verhaltensweisen, die uns im Alltag nerven können; z.B.: Ablehnung, Respekt-und Lieblosigkeit, Besitzgier und tausend andere Formen bis hin zur Gewalt in diverser Gestalt. Wir alle kennen den Effekt mit vielerlei diabolischer (was im Wortsinn so viel heißt wie trennender) Wirkung.

Ich möchte auch heute lediglich darauf hinweisen, dass es da möglicherweise etwas gibt in der Welt. Etwas, als Qualität verdichtet, das oft die Quelle dessen ist, was wir als unmenschlich bezeichnen. Es gibt dieses Phänomen in uns und den anderen und, ob wir wollen oder nicht, so sind wir immer wieder gefordert, im Alltag einen Umgang damit zu finden.

Ich habe gute Erfahrungen mit einer Empfehlung der Theologin Monika Renz gemacht. Sie empfiehlt: Es gilt dieses Phänomen (anzu)erkennen und ihm nötigenfalls herzhaft und entschieden Einhalt zu gebieten.

Sie haben einen Impuls zu diesem Denkanstoß? Schreiben Sie uns doch einfach eine Nachricht. Danke.

Weitere Denkanstöße, Ideen und Anregungen finden Sie ab sofort regelmäßig immer donnerstags unter www.bemerkenswertes.de.