Wie angemessen mit dem „Schmerzspiel“ umgehen?

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Denkanstoß: Wie angemessen mit dem „Schmerzspiel“ umgehen?

nach Jürgen Weist

Wie immer ist es viel leichter sich als andere zu verändern, oder? Also brauchbare Impulse dafür könnten sein (hier als Fragen formuliert):

  1. Was bringt mich eigentlich selbst in solche Schräglagen, Imbalancen?
  2. Wie gehe ich dann mit mir (und anderen) um, wenn diese bzw. ich außer Rand und Band geraten? Wie z.B. ist meine Grundbeziehung zu solchen Emotionen?
  3. Was sind die bevorzugten Zustände, die in mir Schmerz erzeugen (z.B. wann fühle ich mich überfordert, hilflos, abgelehnt usw.).
  4. Wie gehe ich/ erlebe ich generell Opfer-/ Täterkonstellationen (oder Zuschreibungen)?
  5. Wie ansteckbar bin ich dahingehend durch andere? Habe bzw. bilde ich mir eine eigene Meinung? Wie abholbar bin ich für destruktive, abwertende Tendenzen? (Seien Sie da bitte ehrlich mit sich.)
  6. Was sind die Aspekte, die mich (zumindest ein Stück weit) gegenüber solchen Tendenzen immunisieren?
  7. Wie kann ich das Thema Selbstregulation (Gleichwicht, Balance) für mich stärken?

Und natürlich alles, was Ihnen noch aus Ihrem Erfahrungsschatz dazu einfällt. Ich bin ganz sicher, dass Sie da noch ganz persönliche Kompetenzen haben bzw. entwickeln könnten.

Und zum Abschluss hier ein paar ganz unbeholfene Ideen für den praktischen Anfang. Vielleicht, um das Spiel wenigstens nicht zu stärken... (die Tipps haben Gültigkeit für alle Positionen im Spiel):

  • Unterbrechen Sie ... gehen Sie aus der Situation, teilen Sie Ihrem Gegenüber mit, dass Sie (für den Moment) „dafür“ nicht zur Verfügung stehen ... geben Sie dem andern/ sich die Möglichkeit „sich selbst wieder abzuholen“, sich einzukriegen ... in Balance zu kommen.
  • Ziemlich banal ist die folgende Empfehlung: Meiden Sie, sofern möglich, Menschen (und Kontexte) wo bzw. die dieses Spiel aus eigener Bedürftigkeit heraus zu gern spielen. (Es gibt Menschen, die es auch mit sich selbst spielen, aber so richtig funktioniert es erst ab zweien).
  • Über Bande spielen: Alles, was Sie an sich selbst akzeptieren lernen, hilft beim Ausstieg oder senkt die Gefahr der Verführung mitzuspielen. Das ist quasi die Basiskompetenz um vom Gegenangriff usw. zum Mitgefühl zu wechseln. Und dieses „mit Gefühl“ schafft die Grundlage für mehr Wahlmöglichkeiten in solchen Situationen.

Dann bleibt mir jetzt ja nur noch Ihnen halbwegs gutes Probieren zu wünschen. Ein entspanntes „Ansprüche runter“ und neugieriger Anfängergeist helfen beim Lernen ...

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