Vierfacher Widerstand oder Veränderung leicht gemacht …

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Denkanstoß: Vierfacher Widerstand oder Veränderung leicht gemacht …

von Jürgen Weist

In der Arbeit des Amerikaners Ken Wilber (aktuelles Zitat: „Der wichtigste Philosoph, von dem Sie noch nie gehört haben“ – die Januarausgabe der Zeitschrift Connection hat gerade über sein Lebenswerk berichtet) gibt es verschiedene Dimensionen von innerer Bewusstseinsentwicklung. Das, was uns oft daran hindert, eine Grenze durchlässiger werden zu lassen oder zu überschreiten, ist ein Phänomen, das Widerstand genannt wird. Widerstand ist dabei eine Art Sammelbegriff für Phänomene, die einer evolutionären Entwicklung entgegenstehen oder diese auch gänzlich verhindern können.

Grundformen des Widerstands können dabei sein:

  1. der Widerstand gegen unseren persönlichen Schatten (also gegen das Wahrnehmen und Integrieren von unterdrückten, verdrängten und bis dato meist unbewusst gebliebenen Teilen unserer Seele/ Psyche)
  2. der Widerstand des sogenannten Ego, oder das kleine denkende, bewertende Ich oder im Conzendo-Jargon „das sorgenvolle Ich“( siehe auch obigen Artikel „Kommunikationsprobleme im Alltag“), das abgetrennt manchmal nur schwer seine alleinige Vormachtsstellung, sprich die Kontrolle aufgibt, was uns zur nächsten Widerstandsform führt …
  3. der Widerstand gegen das bewusste Sein im „Hier & Jetzt“.
    Der Bewusstseinsraum, der bei Ken Wilber Zentauren-Bewusstsein oder alltagssprachlich „der Flirt zwischen Intellekt und Körper“ genannt wird. Sprich hier geht es um die Einheit intellektueller und somatischer Intelligenz. In diesem Bewusstseinsraum geht es ums bewusste Fühlen, Körperdenken und Leib sein, statt Körper haben. Was dann noch folgt ist …
  4. der Widerstand gegen das Bewusstsein tiefster Einheit, „religio“, die Rückbindung an etwas Absolutes, ein universelles Prinzip, egal, ob Sie es Gott, das Numinose oder wie auch immer nennen. Der deutsche Zenmeister Graf Dürckheim beschreibt es ungefähr so: In der normalen Welt leuchtet etwas transzendent auf, das nicht von dieser Welt stammt. Etwas, das man nicht denken, sondern nur erfahren kann. Hier geht es um eine Integration personaler und transpersonaler Wirklichkeit.
    Alltagssprachlich vielleicht: Beseeltes Menschsein …

Gleichzeitig beschreiben die o.a. Widerstände auch die Grenzen, die Übergänge und Inhalte ganz unterschiedlicher Bewusstseinsstufen. Meiner Erfahrung nach verschwinden diese Widerstände auch nicht wirklich komplett. Immer mal wieder falle ich zurück … die Versuchung hat mich mal wieder gepackt … aber es wird immer feiner und leichter … das Spiel mit den Widerständen, während sich immer größeres Leben im Erleben entfaltet.

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