Quelle Deines Handelns

Was ist die wirkliche Quelle Deines Handelns?

In der letzten Woche unterhielt ich mich mit jemanden über die Frage des Ja- bzw. Nein-Sagens. Und die Frage, wann ist was „richtig”. Das erinnert mich an eine Aussage des alten deutschen Zen-Meisters, Graf Dürckheim, der folgendes Grunddilemma des menschlichen Lebens beschrieb:

„Von früh bis spät ruft uns die Welt nach außen. Das Wesen ruft uns fortgesetzt von innen und nach innen. Die Welt verlangt von uns Wissen und Können - das Wesen, dass wir das Gewusste und Gekonnte immer wieder im Dienst des Reifens vergessen. Die Welt verlangt von aus, dass wir fortgesetzt etwas machen. Das Wesen verlangt von uns, dass wir das, was wir zutiefst selber sind, einfach nur zulassen. Die Welt treibt uns, ohne je Ruhe zu geben, zur Leistung und hält uns in Atem, auf dass wir zu etwas Feststehendem kommen, eine Stellung zu gewinnen und sie zu halten. Das Wesen verlangt von uns, dass wir, ihm zugewandt, nirgendwo haften, auf dass wir uns im Feststellen und Stehen bleiben verfehlen. Die Welt hält uns an zum Reden und unablässigem Wirken.

Das Wesen verlangt, dass wir stille werden und selbst das Tun tun, ohne zu tun. Die Welt zwingt uns an Sicherung zu denken. Das Wesen ermuntert uns, uns ständig aufs Neue zu wagen. Die Welt fügt sich uns, wenn wir sie fixieren und begreifen. Das Wesen öffnet sich uns, wenn wir es nicht feststellen und das Unbegreifliche aushalten”. Soweit Graf Dürckheim ... Kombinieren möchte ich diese Aussagen mit einer Frage, die ich mir in den letzten Tagen gestellt habe. Es ist die Frage, warum ich mich eigentlich seit Jahren mit psychologischen Themen und in den letzten Jahren final (insbesondere im Aikido) auch mit einer Art psychophysischen, sprich körperlichen „Durchlässigkeit” beschäftige. Durchlässigkeit für was? Und wenn ich nicht durchlässig bin, was ist dann gehemmt bzw. blockiert? Ich formuliere meine derzeitige Antwort anhand der oben gestellten Frage, wann ist ein Ja ein richtiges Ja und ein Nein ein richtiges Nein? Auf der egoistischen Ebene (wenn ich z.B. etwas beabsichtige, bezwecke, bewerte usw.) ist ein Ja gleichzeitig auch ein Nein. Zum Beispiel ein Ja zu mir ist ein vielleicht ein Nein zu dem Wunsch eines anderen. Das ist dann das, was wir „Ent-Scheidung” nennen. Auf Wesensebene i s t ein Ja bzw. Nein einfach. Da ist vorher kein Denken, kein Bewerten, die Antwort auf die Frage i s t.

Einfach, klar, letztlich grundlos und meistens auch für äußeren Gesprächspartner sehr überzeugend. Überlegen Sie einmal selbst, welche Kraft hat ein Ja bzw. ein Nein, wenn es nicht entschieden wurde? Was wäre also, wenn wir es im Sinne Dürckheims schafften, dass unser Handeln in der Welt, im alltäglichen Tun, Ausdruck unseres Wesens ist. Wenn unser äußeres Handeln, Tun und Denken unser inneres Wesen widerspiegelt. Weitestgehend unabhängig davon, wie unsere menschliche „Um-Welt” (von der wir letztlich ein Teil sind) darauf reagiert, denn letztlich ist die Reaktion Ausdruck für die Bewusstseinsebene unseres Gegenübers. Ein EGO-ist meist nur dann zufrieden, wenn das Ergebnis mit seinen Erwartungen (Bedürfnissen) übereinstimmt. Da ist wenig Frieden an sich (selbst). Das ist der Preis! Also ende ich mit der Frage, mit der ich diesen Text begonnen habe:

  • Was ist die Quelle Ihres Handelns?
  • Aus welcher Quelle heraus leben Sie bzw. möchten Sie leben?

Wie Sie leben, ab jetzt, ist die Antwort ...