Widerstand

Zum Thema „Widerstand“ ...(Zitate, Ausschnitte, Bemerkenswertes aus dem deutschsprachigen Buch von Steven Pressfield. der englische Originaltitel trifft es: The War of Art: Break Through the Blocks and Win Your Inner Creative Battles)

Innere Widerstände sind die zerstörerischste Kraft des ganzen Planeten. Sie sorgen für mehr Unglück als Armut, Krankheit und Erektionsstörungen zusammen. Wer inneren Widerständen nachgibt, nimmt Schaden an seiner Seele (...).

Weil sie verhindern, dass wir das Leben führen, dass Gott für uns im Sinn gehabt hat, als er jedem von uns mit dem nur ihm allein eigenen Genius bedachte (Genius: Unantastbarer Geist, der über uns wacht und uns leitet, so dass wir unsere Bestimmung erfüllen).(...) Das Ziel der Widerstände ist das Epizentrum unseres Seins, unser Genius, unsere Seele, sie haben die Absicht das einzigartige und kostbare Geschenk, mit dem wir auf die Welt gekommen sind, um es weiterzugeben, zu t ö t e n.

Faustregel: Je wichtiger eine Entscheidung oder eine Tätigkeit für unsere seelische Entwicklung ist, desto stärkeren Widerstand werden wir spüren, wenn wir dieses Ziel verfolgen wollen.

Widerstände verhindern Bewegung von unten nach oben; auf eine moralisch, ethisch und spirituell höhere Ebene. (Beispiel: wer bei der Mutter-Theresa-Stiftung in Kalkutta arbeitet, um dann ins Telemarketing zu wechseln, um richtig Cash und Karriere zu machen, braucht sich nicht um Widerstände zu sorgen).

Widerstände werben Verbündete an: Wenn du deine Widerstände überwindest, kannst du womöglich feststellen, dass die Menschen in deiner Umgebung merkwürdiges Verhalten an den Tag legen. Sie benehmen sich launisch oder schmollen, sie werden krank und werfen dir vor, du seist „nicht mehr die/der Alte“ und du „hättest dich verändert.“

Wie fühlen sich innere Widerstände an? Zunächst ist man unglücklich. Es geht einem elend, und alles wird von einem matten Unwohlsein überschattet. Wir langweilen uns und sind unruhig. (...) Wir fühlen uns ungeliebt und unliebenswürdig. Wir sind angewidert. Wir haben unser Leben satt. Und uns selbst am meisten. Wenn man nichts dagegen unternimmt, steigern sich die Widerstände ins Unerträgliche. Dann kommen die ersten Laster: Drogen, Ehebruch oder Internetsucht. Schließlich führen Widerstände in die Krankheit: Depression, Aggression, Dysfunktionalität. Oder auch zur Straffälligkeit oder körperlicher Selbstzerstörung. Wir leben dabei in einer Kosumwelt, die um dieses Unglücklichsein weiß und alle ihre profitorientierten Geschütze aufgefahren hat, um uns auszubeuten, indem sie uns ein Produkt, eine Droge, eine Ablenkung usw. verkauft.

Innere Widerstände werden oft als Angst erlebt. Die Stärke der Angst entspricht dem unserer Widerstände. Deshalb könne wir ja auch davon ausgehen, dass die Sache umso wichtiger für uns ist, je mehr Angst wir davor haben. Wenn uns die Sache nichts bedeuten würde, dann gäbe es ja die Widerstände nicht.

Die Rechtfertigung ist die treuste Begleiterin des inneren Widerstands. Sie hat die Aufgabe, uns Schamgefühle zu ersparen.

Vergessen Sie nicht, dass innere Widerstände uns dazu drängen, die Verantwortung auf andere abzuschieben. Sie wollen, dass wir unser Selbstwertgefühl, unsere Identität und Lebenszweck davon abhängig machen, wie andere Menschen unsere Arbeit beurteilen. Die inneren Widerstände wissen, dass wir dass nicht aushalten würden. Das erträgt nämlich niemand.

Ich gehe so vor: Ehe ich mich an meine Arbeit setze, spreche ich ein Gebet an meine Muse (den Genius). Das tue ich laut und ich meine es sehr ernst.

Wir haben Angst vor den Folgen, wenn wir auf den Ruf des Herzens hören. Vor dem Bankrott, vor Armut, davor, Pleite zu gehen. Wir haben Angst, uns zu blamieren, wenn wir uns allein durchschlagen, und davor, gedemütigt zu werden (...) Angst zu versagen, uns lächerlich zu machen, Angst vor dem Unbekannten, Angst vor der Leere, Angst, nicht mehr umkehren zu können, Angst verrückt zu werden, Angst, den Verstand zu verlieren, Angst vor dem Tod. Das sind ernst zu nehmende Ängste. Doch sie sind nicht das, wovor wir uns wirklich fürchten. Denn hinter ihnen steht eine noch viel größere Angst, die Mutter aller Ängste, die so nah ist, dass wir nicht einmal an ihre Existenz glauben, selbst wenn wir ihren Namen aussprechen: Die Angst vor dem Erfolg (...)