Veränderung „klopft“ immer wieder an …

 

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Im Blickpunkt: Veränderung „klopft“ immer wieder an …

von Jürgen Weist

Geht es Ihnen nicht auch so, dass Ihr Alltag immer wieder aus Probleme lösen, Dinge in Ordnung bringen usw. besteht und Sie manchmal seufzend denken, mein Gott ist das auf Dauer anstrengend … und vielleicht gibt es sogar Momente, wo Sie sich wünschen, davon erlöst zu werden? Das wechselt mit Phasen, wo Sie alles hinbekommen, sich kompetent und fähig fühlen… kennen Sie das, zumindest zeitweise?

Der Franziskaner Richard Rohr nennt ein solches (Er)Leben das Eingesperrtsein in ein „So-ist-das-Leben-eben“. Der Arzt und Psychotherapeut Wolf Büntig spricht in dem Zusammenhang von der „Normopathie“ oder der „Normalen Depression“. Wenn wir angefangen haben, die Normalität zu vergöttern, uns gemütlich eingerichtet haben, wenn Macht, Ansehen und Besitz anfangen, unser Leben zu bestimmen, dann wird es in der Folge anstrengend. Wir beginnen im Kreis zu laufen oder bewegen uns – zunehmend schneller – in einer Art ausbruchsicherem Hamsterrad. Diese Ausrichtung oder Tendenz ist insbesondere während der ersten Lebenshälfte oft zu beobachten.

Dann passiert es … das Leben fließt munter weiter (als es erlaubt ist) und klopft in Form von Veränderung an, erst leise und wenn man dann nicht „auf-hört“, meist lauter und intensiver … Unsere Komfort–Zone verwandelt sich in eine „Komm-Vor-Zone“ … ach übrigens: Thematisch gibt es dazu ein 3-Minuten-Video "Integrales Coaching... wozu?".
Diese Klopfzeichen der Veränderung laden uns ein, neue Kreise zu ziehen, unsere alte Welt zu verlassen, ungewohnte Kompetenzen zu entfalten. Ja, die Umwelt küsst unser Potenzial, um es, wie im Märchen zu erwecken, fordert uns auf, uns zu bewegen … und wir? Wir versuchen meist so lange es geht, die alte Welt zu retten, zu reparieren usw. Menschlich total verständlich, nur leider evolutionär (im Sinne des Wortes) am Leben vorbei - fast scheint es so, als würden wir lieber versuchen, den Fluss des Lebens anzuhalten, als mit ihm zu fließen.

Warum ist das so?
Wahrscheinlich gibt es viele Gründe – ein wesentlicher ist jedoch, dass jenseits unser Komfortzone, des Status-Quos, ein Schwellenraum auf uns wartet, eine neue „ver-rückte“ Welt, die uns meist ungeordnet und unsicher erscheint, uns mitunter sogar Angst einjagt. Im Mittelalter nannte man das: Am Rande des Bekannten, da wohnen die Drachen … In diese neue Welt werden wir – manchmal scheinbar gegen unseren Willen - quasi hineingestoßen, sollen uns ihr anpassen. Das klingt auf Anhieb nicht einladend, oder? Kein Wunder, dass wir dazu neigen, in unserer Kuschelecke zu verweilen, solange wir irgend können… 
Manchmal geht das sogar … eine Zeitlang … mit steigendem Aufwand. Dann aber werden die Risse im Alltag größer und größer, wir scheitern, leiden, Verluste häufen sich … Und oft erst dann, wenn es meist nicht mehr anders geht, dann gehen wir, bewegen uns … geben nach.

Den Übergang erleben wir nicht immer nur als angenehm, wir müssen uns aushalten, die neuen Umstände fordern uns …heraus, wir entwickeln uns, neue Seiten unserer Persönlichkeit treten hervor. Ja, manchmal fühlt es sich dann sogar sehr lebendig an … wir erleben uns wie neugeboren. Eine neue Sicherheit, eine neue Kompetenzzone  – auf höherem Niveau als vorher – entsteht.
Fazit: Vielleicht ist ja auch Ihr Leben ein ständiger Wechsel zwischen erlebter Stabilität und Bewegung, zwischen Selbstbehauptung (Überleben) und Selbstaktualisierung (Entwicklung). Irgendwann ist es nicht mal mehr ein Widerspruch, sondern es sind zwei Seiten, Aspekte eines fortlaufenden Prozesses. Zum Profi sind vielleicht diejenigen geworden, die das Klopfen des Lebens, der Veränderung immer früher und feiner wahrnehmen und das Vertrauen entwickelt haben, ihm frühzeitig zu folgen…und mehr und mehr Stabilität in der Bewegung finden.

Wie habe ich mal gelesen: Der Mensch sei das anpassungsfähigste Wesen auf diesem Planeten. Klingt das provokant (hervorlockend) genug? Wie sagte einmal ein Teilnehmer im Seminar: „Wir schulden dem Leben noch diejenige Person, die wir sein könnten …“
Mit all` diesen Worten möchte ich ausdrücken, dass Conzendo mit seinem Einwicklungsraum des Integralen Coachings insbesondere die Menschen anziehen möchte, die über eine vielleicht aktuelle Problemstellung hinaus, den Raum ihrer Möglichkeiten ausloten möchten, die den Ruf in sich fühlen, ein wenig (mehr) Abenteurer in eigener Lebenssache sein zu wollen … nur für den Fall, dass ein paar Ihrer Träume noch wachliegen …

Ich freue mich schon jetzt auf Ihre Meinungen und ergänzenden Hinweise und ggf. auch Widersprüche. Schreiben mir einfach eine Mail. Wenn es mir möglich ist, antworte ich auf Ihre Nachricht. Vielen Dank.

Ihr

Jürgen Weist