Ziele erreichen … oder eben auch nicht?

 

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Im Blickpunkt: Ziele erreichen … oder eben auch nicht?

von Jürgen Weist

Ich wage mich heute mal auf unnormale Weise an ein relativ normales Thema. Zum Thema Zielerreichung ist ja schon so viel gesagt worden. In der letzten Zeit habe ich mich häufiger gefragt, was tatsächlich im Alltag dazu führt, dass Menschen zwar Ziele formulieren, sie dann aber doch eher selten erreichen? Mal ehrlich, wenn ich mich umschaue … scheitern (oder gar nicht anfangen) scheint mir eher der Normalfall zu sein und wir alle nutzen dann unseren Verstand eher dazu, dies entsprechend entlastend schönzufärben.

Mir kamen folgende Aspekte in den Sinn, die u.a. eine Rolle spielen könnten und die, wenn man sie (be)achtet, durchaus die Wahrscheinlichkeit der Zielerreichung dramatisch erhöhen könnten. Sie spüren, ich bin vielleicht doch mehr als ein negativer Fatalist …;-)).

ziel wegAlso, welche fünf Aspekte könnten a) eine Rolle spielen und sind b) für die meisten von uns alltagserfahrbar? Mir kamen folgende Fragenstellungen, wobei es mir weniger um die eine goldene Antwort geht, als Sie heute mit Fragen und Impulsen dazu anzuregen, sich selbst eine für Sie inspirierende VORstellung davon zu machen, was Sie dabei handfest unterstützt, die in Ihnen schlummernden Träume und Ziele erfolg(en)reich zu verwirklichen …

a)    Wie ist das Ziel formuliert? (Geist)
Hat Ihr Ziel (die Vorstellung davon), das innere Zielbild eine Form, die Ihren „Drive“ aktiviert? Geht es Ihnen unter die Haut, ist es emotional geladen? Ist es sinnlich ansprechend, erfüllt es das Bedürfnis nach Sinnlichkeit? Ist es tiefsinnig? Reicht es bis zur Seele oder bis wohin? Ist es ein wesentliches Ziel? Ein Ziel, das Sie im gesamten Wesen erfasst oder nur Teile von Ihnen?

b)    Welche Rolle spielt der persönliche Energiehaushalt ? (Körper)
Banal gesehen, ist Bewegung Energie, die ausreichend hoch ist, um sich in Bewegung zu setzen und die Schwerfälligkeit zu überwinden. Da geht es um Gesundheit, aber eben auch um Energiemanagement (Essen, Schlafen, Stoffwechsel usw.) im weiteren Sinne. Es gilt Ihr Temperament, Ihre ureigenste Dynamik zu erkennen und damit kultiviert umzugehen. Konzentration auf (das für Sie) Wesentliche, Abgrenzen gegen Energieräubereien u.v.a.m. spielt hier eine Rolle.

c)    Wie wirken sich innere Ambivalenzen und Widersprüche aus? (Psyche)
Die Hawaiianer nennen neurotische Fehlhaltungen „Fressende Geister“, warum wohl? Menschen, die sich als Wechselspiel unterschiedlicher Persönlichkeitsaspekte erfahren:
Sind konstruktive Kooperationen oder destruktives Gegeneinander der vorherrsche Zustand in Ihrem Inneren? Wie viel bremsende oder lähmende Ängste gibt es? Gehen Sie bitte davon aus, dass es immer mehr sind, als Sie denken ;-)))… Wie ist Ihre Grundbeziehung zwischen Emotion und Intention? Erfahren Sie Ambivalenzen als kreative Spannungsbögen oder als Energieverlust? Wie gut haben Sie gelernt, sich auszuhalten?

d)    Welche Rolle spielt das systemische Umfeld? (Umwelt)
In welches Umfeld, in welche gesellschaftliche, kulturelle und historische Entwicklung sind Sie persönlich eingebettet? Was ist unterstützend? Was nicht? Welche Beziehungen sind hilfreich? Was könnten Sie tun, als Vorleistung erbringen, damit …. ? Was wäre im Hinblick auf Timing sinnvoll? Wohin geht die allgemeine Entwicklung? Wo und zu wem wären Sie (und Ihr Ziel) im Moment total passend?

e)    Welchen Ursprung hat das Ziel? (Evolution)
Ist mein Ziel eines, das aus mir heraus entstanden ist oder ist es von anderen übernommen? Ist es für mich ein Kernziel oder gibt es ein Bedürfnis hinter dem Ziel (z.B. Zugehörigkeit)? Wer hat gleiche /ähnliche Ziele? Was wird mir dadurch klar? Ist mein Ziel ein inneres oder äußeres? Passt mein Ziel in einen größeren evolutionären Zusammenhang? Was wird – auf höherer Ebene – sichergestellt und ermöglicht, wenn ich mein Ziel erreiche?

Vielleicht ist das Meiste, was Sie heute gelesen haben, nicht neu für Sie … aber vielleicht gab es Aspekte, die Sie aktuell berühren oder bewegen. Egal, ob zustimmend oder ablehnend – nach meinen Erfahrungen macht es Sinn – genau da einmal hinzuschauen. Was von dem, was Sie wissen, leben Sie bereits? Was könnten Sie verlieren? Und was gewinnen? Es liegt wie immer in Ihrer Verantwortung, wo sonst? ;-))  

Ich freue mich schon jetzt auf Ihre Meinungen und ergänzenden Hinweise und ggf. auch Widersprüche. Schreiben mir einfach eine Mail. Wenn es mir möglich ist, antworte ich auf Ihre Nachricht. Vielen Dank.
Ihr

Jürgen Weist