Die Quelle von Freude und Lebenskraft

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Im Blickpunkt: Die Quelle von Freude und Lebenskraft

von Jürgen Weist

Menschen suchen Glück, Freude und Wohlbefinden. Das ist verständlich und zutiefst menschlich...
Vor kurzem las ich einen Beitrag eines Freundes. Er sprach davon, wie man das Gehirn dazu bringt, Botenstoffe zu produzieren, die uns in eine gehobene Stimmung bringen können, uns aktivieren. Der Vorschlag war, in der Zukunft Ereignisse zu schaffen/ auszuwählen, die uns in eine Art Vorfreude versetzen, uns inspirieren.
Das ist nicht falsch. Das kann man so machen. Ich selbst habe jahrelange Erfahrung damit. Jetzt, Sie ahnen es schon, kommt das „Aber“:

  • Das bringt meinem Fokus (noch) mehr in die Zukunft
  • Es bedingt, das mein „Jetzt-Gerade“ zweitklassig erlebt wird, es braucht stets was Besseres ...
  • Ich muss ständig neue Ereignisse planen, am besten welche, die die alten noch „toppen“, sonst wird es langweilig.
  • Es bringt mich noch mehr und immer weiter aus dem Jetzt- Erleben raus.
  • Länger geübt entsteht eine Art Mohrrübeneffekt. Der Esel braucht immer reizvollere Mohrrüben auf die er fokussieren kann... (mit dem Manko: Keine Mohrrübe ... kein Bock mehr, sich zu bewegen)

Also ... die Strategie funktioniert, keine Frage. Aber die Nebenwirkungen ...
Ich möchte Ihnen eine Alternative empfehlen, die anspruchsvoller, aber letztlich (jedenfalls in meinem Erleben) gehaltvoller und viel entspannter ist. Worum geht es?

Leben findet ja immer jetzt statt, oder? Wenn Sie das jetzt gerade lesen, dann machen Sie das genau jetzt und nicht in fünf Minuten. Selbst wenn Sie sich jetzt fragen, was ich damit meine, sind Sie schon ein bisschen aus dem Lesen raus in einem inneren Dialog, stellen sich eine Frage, bewerten oder was auch immer. Aber Sie sind ein Stückchen raus aus der Erfahrung, die Sie Lesen nennen. Was möchte ich andeuten?

Meine These: Je unmittelbarer Ihr Erleben von dem ist, was jetzt gerade ist, desto unmittelbarer und ungetrübter ist Ihre Erfahrung. Und je unmittelbarer, desto mehr Freude und Lebenskraft spendet das Erleben. Kann ich mich halbwegs verständlich ausdrücken? Selbst wenn Sie jetzt an etwas Schönes in der Zukunft denken, dann findet das im Jetzt statt. Sie freuen sich jetzt auf den Urlaub nächste Woche, den entspannten Abend in ein paar Stunden oder was sonst auch immer.

Ich möchte Sie aber noch ein wenig näher ans Jetzt heranbringen. Warum sich im Jetzt nur über eine Vorstellung freuen? Über etwas, dass noch gar nicht Realität ist oder vielleicht auch gar nicht genauso eintreten wird? Warum nicht über etwas freuen, was jetzt gerade wirklich ist? Da sprudelt der Freudenquell am intensivsten. Warum sich mit etwas Entferntem zufriedengeben, wenn das Gute ach so nah liegt?

Natürlich gibt es Gründe dafür. Eine angenehme Vorstellung zu entwickeln ist z.B. viel einfacher, als auf dem Hintergrund des Jetzt-Momentes etwas aus der Wirklichkeit auszuwählen, dass mich wirklich erfreut. Aber glauben Sie mir, es ist eine völlig andere Art, sich zu freuen. Wie auch immer... möglicherweise habe ich ja auch völlig unrecht. Probieren Sie es einfach aus. Überzeugen Sie sich selbst. Ein Nebeneffekt könnte sein, dass Ihre Präsenz wächst ...
Ach, was ich beinahe vergaß, ich finde es toll, dass wir Menschen über Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart nachdenken und diese Konzepte sinnvoll nutzen können. Aber atmen tue ich am liebsten ... jetzt.

Viel Freude mit meiner Anregung...

Ich freue mich schon jetzt auf Ihre Meinungen und ergänzenden Hinweise und ggf. auch Widersprüche. Schreiben mir einfach eine Mail. Wenn es mir möglich ist, antworte ich auf Ihre Nachricht. Vielen Dank.

Ihr
Jürgen Weist