„Wie (genau) mache ich das…?“

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Im Blickpunkt: „Wie (genau) mache ich das...?“

von Jürgen Weist

... Das ist oft eine Frage von Teilnehmern oder Menschen, die etwas lernen möchten. Nicht völlig falsch und doch möglicherweise nur oberflächlich. Wenn also meine Überlegung wahr wäre, was wäre dann ein angemesseneres Vorgehen?

Mal vereinfacht gesagt, ist die „Wie-Frage“ eine Frage, die in der Regel auf die Wiederholbarkeit einer (äußeren) Form zielt. Man will zielgerichtet „etwas“ richtig hinbekommen. Möglichst ohne großen Aufwand... und sicher. Dann kann man es ja, oder? Stimmt ... und stimmt eben auch nicht. Ich habe inzwischen viele Lernfelder kennengelernt, auf denen es wichtiger scheint, die Form von innen zu durchdringen (fühlen), bis es auch außen passt. Das dauert meist länger, bietet aber einen ganz anderen Grad an Formenverfügbarkeit. Vielleicht der Unterschied zwischen Können und Meistern ...
Und ...was mir noch auffällt: „Wie-Fragen“ scheinen mir oft der Versuch zu sein, etwas Neues mit alten Mitteln hinzubekommen (wollen). Das wäre dann fast ein Paradox ... im Sinne von: Ich will etwas verändern, ohne mich zu ändern.
Vielleicht sind solche Fragen auch ein Hinweis auf das Bewusstsein, aus dem sie heraus gestellt werden. Das Pferd auf den Kopf gestellt: Welches Bewusstsein würden Sie entwickeln, wenn Sie stattdessen Fragen stellen würden wie:

  1. Wenn ich das lerne, wer bin ich dann (welche Identität habe ich dann)?
  2. Welches Ich-Bewusstsein benötige ich, um das zu lernen?
  3. In welchem Kontakt zu wem oder was, würde die neue Form wie von selbst entstehen?
  4. Was müsste ich weglassen, womit aufhören, so dass die gewünschte Form ganz natürlich entsteht? Usw.

Ich freue mich schon jetzt auf Ihre Meinungen und ergänzenden Hinweise und ggf. auch Widersprüche. Schreiben Sie mir einfach eine Mail. Wenn es mir möglich ist, antworte ich auf Ihre Nachricht.

Ihr
Jürgen Weist