Es gibt kein Irgendwann – das Paradies ist jetzt …

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Im Blickpunkt: Es gibt kein Irgendwann – das Paradies ist jetzt …

von Jürgen Weist

Im Coaching, im Leben und auch sonstwo begegnet uns immer mal wieder eine tief- und festsitzende Illusion. Sie scheint immer mal wieder Besitz von Menschen zu ergreifen und hat auch unterschiedliche Formen und Gesichter.

Da sie sich auch eher indirekt, also quasi über Bande zeigt, kann ich sie auch nur andeutungsweise beschreiben. Es ist sowas wie die Idee, irgendwann ist alles gut, dann bin ich „fertig“, bin erleuchtet, dann habe ich “es“ …, alles wird angenehm und leicht. Auch auf der Zeitschiene taucht dieser Effekt auf: Wenn ich Rentner bin, meine Ausbildung fertig habe, den richtigen Partner gefunden, die Kinder aus dem Haus sind …usw. Irgendwas scheint irgendwann irgendwo hin verlagert zu werden. Aber dann spätestens darfst du… ist das innere Gefühl.

Könnten Sie dies, nur für den Fall, dass eine solche Idee auch in Ihnen umhergeistert, einmal kurzzeitig in Frage stellen???
Mal wie Laub einen Probierherbst lang von sich abfallen lassen? Schauen, was dann auftaucht? Wie wäre es, wenn Sie da nicht auf irgendeine zukünftige „Erlösung“ hofften, aufhörten sich da möglicherweise etwas weiter vorzumachen … unangenehm guter Gedanke, oder?

menschIm Prinzip wissen wir alle: Wir werden noch eine Zeitlang leben, als Organismus existieren, unsere Form (Körper) gegen die Nichtexistenz aufrechterhalten … das nennen wir dann „am Leben“ bleiben. Und dann? Sterben wir … und erst die Tatsache der Sterblichkeit macht uns zutiefst lebendig … oder im Konjunktiv: Dieses Wissen könnte uns zutiefst lebendig machen.
Als Seitschritt: Mit Stoikern und Nihilisten habe ich da übrigens nur wenig (oder eben ein bisschen) gemeinsam am Hut!

Mir wäre ein tiefes, meinetwegen auch geseufztes JA zur eigenen Lebendigkeit wichtig! Und als kleine Nummer das Eingeständnis: Leben ist und bleibt, solange es andauert, anspruchsvoll und herausfordernd, immer und immer wieder aufs hoffentlich Neue. Das ist es … das Paradies (oder biblisch: Himmelreich) ist jetzt. Und mit beiden Beinen auf die Erde zurückkommend: Ja, mein Werden entscheidet natürlich mit darüber, wie schwer oder leicht, kampf- oder friedvoll meine Existenz ist. Das alltägliche Ringen bleibt … leider oder gottseidank … es ist sozusagen unser „Anklopfen“ an die Pforte zum „Paradies“.

Final die zentralen Ideen dieses Artikels noch einmal brühwarm: Es gibt kein Ankommen irgendwann irgendwo, vielleicht außer im Jetzt – gleichzeitig entscheidet unser Werden über die (paradiesischen oder anderen) Zustände, die wir (er)leben.

Die Essenz? Dringen Sie so tief, so weit wie möglich ins Jetzt ein und gestalten Sie so das kommende Jetzt, manche nennen es das Werden.

Fragen, Kommentare und Beschwerden sind mir herzlich willkommen. Schreiben Sie mir gern eine Nachricht.

In diesem Sinne
Ihr
Jürgen Weist