Sorgen und Angst in Mut und Vertrauen verwandeln

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Im Blickpunkt: Sorgen und Angst in Mut und Vertrauen verwandeln

von Jürgen Weist

Die Zeiten fordern uns … alle auf unterschiedlichste Weise und jeden in seinem Maß. Keine Frage …
Wie mit eigener Betroffenheit umgehen? Wie mit den Sorgen, die sich einnisten wollen? Arbeitsplatz. Gesundheit. Was kommt da auf mich zu? Was ändert sich vielleicht grundlegend?

Fragen über Fragen, auf die es oft nicht einmal eine sich abzeichnende Antwort gibt. Und wie die Spannung aushalten? Sogar ohne vielleicht aktuell etwas tun zu können?

cieloSo, nun ein Handlungstipp für den „halbwegs konstruktiven Umgang“ damit… der funktioniert zumindest bei uns – der Nachteil: Ihn zu lesen, bringt nur wenig … danach zu handeln, ist die Kunst. Oder wie ein Zenmeister einmal meinte: „Nicht nur darüber reden, sondern es in sich wahr– und ernstnehmen.“ Ein Rezept ist eben kein Kuchen, aber vielleicht hilft es beim Backen. Das Rezept selbst zu essen, macht wenig Sinn.
Also, die erste Hälfte der Idee klingt fast zu einfach. Sie lautet: So wenig wie möglich verdrängen – so gut wie möglich damit bleiben. Sie haben Angst, fühlen sich hilflos. So what? Sie sind doch ein Mensch, oder? Sie wollen doch gut für sich sorgen, oder? Haben Mitgefühl mit sich, oder etwa nicht? Haben tiefstes Verständnis für Ihren Zustand, nicht wahr? Mut beginnt genau da … und es ist … eine gute Zeit, das zu üben. Natürlich können Sie auch andere Dinge üben … darin sind wir frei. Das Gute an emotionalen Wellen ist: So wie sie kommen, so gehen sie meist auch wieder. Solange Sie registrieren, wie es Ihnen geht, sind Sie nicht völlig (darin) untergegangen…

So, nun folgt die andere Hälfte der Idee. Ungewisses, etwas, wofür wir keinen oder wenig Erfahrungs-Background haben, ängstigt uns. So sind wir … (evolutionär gestrickt). Dazu zwei Schritte.
Schritt 1: Angst ist oft eine angemessene Reaktion auf einen äußeren Impuls, für den wir innerlich ungenügenden Halt/ Stützung haben (Erfahrungen, Umgang usw.). Dann macht es Sinn, sich selbst mitfühlend wie ein schützender Freund (Partnerin, Mentor, Held usw.) an einen sicheren Ort abzuholen. Sinn hier: Möglichst aus dem akuten Stress (Flucht, Angriff, Todstellen) rauskommen und die „Bedrohung“ aus räumlicher/ zeitlicher Distanz so vernünftig wie möglich realistisch einschätzen. Abstand gewinnen, innehalten und wahrnehmen, was wirklich ist los?
Für Profis: Den Abstand so variieren, dass man berührt ist, ohne betroffen zu sein.
Schritt 2: Das mögliche Risiko (was könnte passieren?) abwägen mit dem, was Ihnen als Wert oder Bedürfnis zutiefst wichtig ist. Das können z.B. andere Menschen sein oder ein Etwas, dass Ihnen wirklich etwas bedeutet.

Etwas oder jemand (ein wertvolles Ziel), für das es sich lohnt (Sinn macht) … mutig zu sein, aufs Gelingen zu vertrauen… und ins Handeln zu kommen! Mut braucht einen guten Grund! Wofür würde es sich lohnen, ein gewisses Risiko auf sich zu nehmen? Was ist oder wäre es, dass diese heldenhafte Kraft zum Handeln in Ihnen hervorbringt? Spüren Sie dem einmal nach …und lauschen Sie auf die Antwort. Denn da wo Angst ist … ist immer auch eine Antwort.
Ich wünsche Ihnen dabei gutes Gelingen. Und Gelingen meint hier die Tat … nicht weniger.

Herzlichst
Ihr
Jürgen Weist