Dem Wesentlichen auf der Spur

Coaching auf Mallorca 

von Sabine Kleftogiannis (2007)


Der Rückblick auf  das Coaching Projekt Mallorca (dieses Jahr in Cala Millor) lässt mich, in das Erlebte entrückend, schmunzeln.

Es war, als hätte sich mit jedem Coaching für einige Zeit ein Fenster in eine andere Dimension geöffnet, in die die Coachees, Jürgen und ich hineinglitten. Eine Dimension, in der die Zeit von außen gesehen, so tickte, wie die alltägliche, hier ein Lachen, dort das Klappern von Geschirr, geschäftig umhereilendes Servicepersonal und andere Touristen, die ihren Bedürfnissen und Vergnügungen nachgingen. Innerhalb dieses Raumes jedoch schien das Bewusstsein und der Körper wacher, ruhiger, sanfter, durchdrungen zu werden und die Zeit eher einem Feld zu gleichen, die uns langsam schreitend umhüllte und mit sich trug.

Unsere Coachees landeten in La Palma mit ihren im Geiste oder auf dem Papier festgehaltenen Erwartungen, Vorstellungen und Themen. Schon in den ersten Gesprächen zeigte sich mal vorsichtig, bald neugierig das Wesentliche. Ein sich  - sich selbstnähern und erstes sich annehmen begann.

Wie wundervoll weltlich normal die Abwechslung der Strandpromenade gleich um die Ecke, mit ihren Cafes, Bars und Geschäften, die einlud, genüsslich beim Latte Macchiato oder lecker Cafe con Leche sich wieder im Getümmel des mallorquinischen  Alltags  zu sammeln und das Erlebte auf seine Art sacken zu lassen. Äußert amüsant auch gemeinsam  durch Läden der Flaniermeile  zu schlendern und „sich Selbstnähern und Annehmen" im Betrachten oder Kaufen von Uhren, Kleidung, Schuhen, Schmuck und oder anderen Dingen zu erleben ...

Dann der freie Tag: Dank Jürgens Erinnerungsvermögen und guter Orientierung und Björns Organisation des PKW` s, ein Mittagessen in einem Paradies von Hotel: Eine Komposition der Genüsse auf allen Ebene - das stilvoll servierte  Mahl in drei Gängen, die Gestaltung der Räume mit ihren Wandgemälden, geschmackvollen Stoffen und Möbeln, der zauberhaft angelegte Garten, selbst die Toiletten im Kellergewölbe eine wundervolle Zusammenfügung von Kunst und weltlichen Bedürfnissen - Balsam für die Seele -  In mir wurde es weit, der Geist still und stiller ...

Später in den Bergen: Warmer Wind, der vom Meer herauf leichte Kühlung brachte und sanft das Laub der  Bäume und Büsche rascheln ließ. Die Blicke verloren sich über das Tal hinunter in der Weite des Meeres, auf dem die Strahlen der Sonne gleißend tanzten. Jede/r  von uns ging in sich selbst versunken des Weges. Wir fanden eine Quelle und probierten das Wasser, genossen die Stille der Natur, sammelten Kleinod.  Jeder kam mit seinen gefundenen Schätzen zum Wagen zurück, Steine Wurzeln, Samenhülsen - ganz persönliche Antwort auf innere Fragen oder lauschendes Schweigen, kleine Anker als Brücke in den Alltag.

Ab der Hälfte des Aufenthaltes dann erstes aufkeimendes „nicht so richtig wollen" bei den Teilnehmern. Wie gut, dass es da die kleinen Widrigkeiten des Hotels und des Umfeldes gab, etwas hellhörige Zimmer, mal einen schnarchende Nachbarn, ein nicht bestellter Weckdienst, zu wenig junge, anziehende Frauen im Ort ...   

Björn schreibt dazu in seinem Feedback: „Zur Ruhe kommen und dabei noch in Kontakt zu sich selbst kommen kann schon schwierig und ungewohnt sein. Es war eine Woche der Annahme für mein Ich und meine Themen. Gut behütet mit Raum für „Mehr" (Meer) an Ich, und doch wohl Konfrontation mit den Grundthemen, die sich auf wundersame Weise zeigten, unglaublich ..."

Schon am Anfang wurde deutlich, die Gruppe hatte ein gemeinsames Thema mitgebracht. Ich nenne es: die Integration der Frau und des Mannes in uns, der weiblichen und männlichen Kräfte. Für die Coachees hieß das, den nicht so beliebten Anteil erst einmal da sein zu lassen und dann mit ihm Freundschaft zu schließen - feiner, ganzer, runder zu werden. Für Jürgen und mich war die Einladung mit beiden Anteilen in uns in Kontakt zu gehen, und mit den Coachees an den sich zeigenden Grenzen entlang zu tanzen und diese - mal weich schmelzend, mal herzhaft kraftvoll - bewusst zu machen (auch für uns feiner, ganzer, runder werdend).

Ein Wechselbad der innewohnenden Kräfte, das jede/n  auf ihre/seine Weise in den Bann zog, und Magie versprühte. Peter nannte es: "Mit der Wurzelbürste die Seele putzen und etwas Cointreau darüber gießen" und „Auf diesen Wegen immer wieder Herz, Bauch und Kopf zu erleben."

Am letzten Tag dann eine gemeinsame Runde: jeder der Coachees entwickelte konkrete Ideen, wie das Erlebte in den Alltag transferiert werden kann.

Während der Woche entwickelte sich  in jeder/m  TeilnehmerIn eine Veränderung, die wie in Björns Feedback zu lesen ist im persönlichen Umfeld, bei Freunden und Bekannten ein Spektrum an Erfahrungen mit sich zieht, das nicht immer nur süß schmeckt und doch den Charme von mehr Authentizität mit sich trägt. 

Für mich sehr bewegend, das Herz erfüllend, zu erleben.