Zugehörigkeit – ein tragendes Lebensgefühl?

Als Einleitung: „Haltlosigkeit“ macht sich breit – Identitäten shiften immer mehr und schneller. Man hat das Gefühl angesichts disruptiver Wandlung darf man sich ständig neu erfinden. Antworten auf Fragen wie:

„Wer bin ich?“, „Wo gehöre ich hin?“ werden immer schwieriger zu beantworten bzw. werden die Halbwertszeiten der Antworten immer kürzer… „die Dosis macht halt das Gift“. 

Zugehörigkeiten werden meist von außen oder äußeren Bedingungen bestimmt. Da, wo man lebt, in welche Familie man hineingeboren wird usw.

Wir bewegen uns im Laufe unseres Lebens durch Gruppen – vom Kindergarten bis zum ?
So gesehen sind wir alle ein Stück weit „Migranten“ (der Begriff leitet sich vom Lateinischen migrare > „wandern“, „sich bewegen“ ab). Diese Bewegung prägt uns, macht uns ein großes Stück weit zu dem, was und wer wir sind. Die Konventionen, die man auf diesem Weg verinnerlicht, hält man dann für „normal“ und richtig. Dabei ist alles relativ.

Wer einmal eine ganz andere Perspektive erlebend einnehmen möchte: Schaue dir die Neuverfilmung „Der Fremde“ von Albert Camus an.

Warum schreibe ich darüber?
Menschen als soziale Wesen haben evolutionär das Bedürfnis nach Zugehörigkeit entwickelt. Bei Maslow ist Zugehörigkeit das dritte von fünf Bedürfnissen und das letzte Mangelbedürfnis

Es wird insbesondere dann relevant, wenn die physiologischen und Sicherheitsbedürfnisse befriedigt sind..

Und ob dieses Bedürfnis befriedigt wird, wirkt sich z.T. intensiv auf unsere psychische und physische Gesundheit aus.
Ja, es soll sogar die Lebenserwartung beeinflussen können.

Wenn das Gefühl von Zugehörigkeit (oder Verbundenheit) fehlt oder beeinträchtigt ist, kann das folgende Auswirkungen haben (nach Baumeister/ Laery):

  • Verlust an Konzentration
  • Verringertes Glückserleben, die Hoffnung sinkt…
  • Demotivation, Unzufriedenheit, sinkendes Selbstwerterleben
  • Höhere Anfälligkeit für phys./ psych. Krankheiten
  • Kriminelles Verhalten nimmt zu
  • Verhaltensprobleme (z.B. Probleme mit sozialen Kontakten)
  • Das Erleben von Unbedeutsamkeit (Einsamkeit, Identitätsprobleme, das Gefühl fehl am Platz zu sein usw.)

Also, das Thema bewusst(er) auf dem Zettel zu haben, kann einen beträchtlichen Unterschied im Leben machen.
Nicht nur, weil das Bedürfnis heutzutage meiner Ansicht nach auch missbraucht wird. In einem weiteren Artikel gibt es einige Hinweise, wie man für sich das Zugehörigkeitsgefühl stärken und konstruktiv ausleben kann.

Danke für das Lesen meiner Worte.…

Herzlichst
Dein
Jürgen Weist