DaSein ist MitSein …

denkanstoss

Denkanstoß: DaSein ist MitSein ...

nach Stanley Keleman

Wir halten Stanley Keleman für einen begnadeten Körpertherapeuten, der wie kaum ein anderer die körperlich-emotionale Seite unseres Daseins beschreibt. Hier ein Auszug aus einem seiner Texte ...

...(Zitat Anfang) Da zu sein bedeutet, mit jemandem zu sein: DaSein ist MitSein. Für uns heißt dies, mit uns selbst und den Kräften in uns präsent zu sein. Wenn wir leibhaft da zu sein vermögen, ändern wir die Qualität unseres DaSeins. Uns anderen mitzuteilen, unser leibhaftes Sein mit anderen zu teilen, bedeutet: Wir sind da mit ihnen, für sie, wir sind da miteinander. Die auszubildende Aufgabe besteht in der Fähigkeit, im eigenen Körper zu sein mit den jeweiligen Reaktionen und gleichzeitig für eine andere Person empfänglich zu sein. Wir empfangen unsere Gegenüber, wir nehmen sie auf, aber wir verleiben sie uns nicht ein.

Die Fähigkeit, einen anderen Menschen empfangen zu können, unterscheidet sich von Qualitäten wie Verständnis oder Empathie. Man nimmt den Klienten auf in seiner Art, somatisch-emotional da zu sein. Wenn ein Klient sich in der Gegenwart einer solchen Stabilität und Lebendigkeit befindet, ist er gehalten. Mit diesem Gehalten-Sein geht ein Gefühl von Innerlichkeit einher, das weder gedanklich, noch symbolisch, noch verbal ist. Von einem anderen Menschen so empfangen zu werden, in einem Raum mit ihm zu sein, ihm gegenüber zu sitzen, bringt eine tiefe und sich vertiefende Beziehung mit sich. Diese Qualität von Beziehung berührt beide Menschen. Das heißt auch: Der Therapeut muss für seine eigenen Reaktionen empfänglich sein und gleichzeitig für diejenigen seines Gegenübers. Das ist keine leichte Aufgabe. (Zitat Ende)

Wie klingt das für Sie? Wir haben von einer Studie gehört, nach der das Sein (also in welcher Haltung man da ist) im Coaching siebenmal mehr wirkt als die verwandte Methode. Ob sich das auch auf Kommunikation generell übertragen lässt? Keine Ahnung. Aber die o.a. Beschreibung berührt für uns eine besondere Art des „Anwesend-Seins", eine Art, die erst im Miteinander, im Wunder des Wir, wie es Ken Wilber nennt, beginnt ...

Was meinen Sie? Sie sind anderer Meinung oder wie würden Sie das Thema ergänzen? Schreiben Sie uns einfach eine Nachricht. Danke.

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