Das Gute und Schlechte zusammen … ergeben ein Ganzes.

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Denkanstoß: Das Gute und Schlechte zusammen ... ergeben ein Ganzes.

nach Jürgen Weist

Vielleicht ist es viel einfacher ... als wir denken. Einer meiner Lieblings-Poeten Khalil Gibran bringt es auf den Punkt: „Was ist das Dunkele (Hass) anderes als geronnene Liebe?" Das Gedankenexperiment dazu: Stellen Sie sich einmal vor, zeit Ihres Lebens hätte man Ihnen gesagt, Ihr rechter Arm sei okay, gut und sehr sehr wichtig. Ihr linker Arm dagegen sei schlecht und überdies Ausdruck von etwas ganz Unpassendem. Blödsinn werden Sie zu Recht sagen, aber als Experiment ...?

In der Kultur meines Experimentes wäre „Rechtsarmigkeit" etwas Besonderes, ja Herausragendes. Quasi Ausdruck eines Status, mit dem Sie dazugehören. Alles wäre gut..., wenn da nicht dieser komische unmögliche linke Arm wäre.
Wie würde es Ihnen mit Ihrem linken Arm gehen? Würden Sie ihn nicht loswerden wollen? Das ist doch übertrieben. Ja, kann sein. Anderseits gibt es Kulturen, die noch heute irgendwelche Beschneidungen durchführen.

Also zurück zum Experiment: Wie würde es Menschen mit so einem linken Arm gehen? Wie gern würden Sie den Arm zeigen? Ihn benutzen? Wie würde er sich anfühlen? Wie würden Menschen damit umgehen? Und vieles andere mehr ...

Worauf will ich hinaus?
Jemand hat mal so treffend gesagt: Wo eine Kirche gebaut wird, wird auch ein Teufel geboren ... das Gute gebiert das Schlechte. In der Tiefenpsychologie heißt es: Jede Idealisierung (er)schafft einen Schatten. Kann ich mich verständlich machen? Erst die Bevorzugung (hier), schafft die Benachteiligung (dort). Das, was aus dem wohlwollenden Fokus gerät, nicht als gut erachtet wird, gerinnt und wird dunkel, schreit nach Beachtung. Und wenn es nicht im Positiven gewürdigt wird, dann ist ihm Ablehnung noch immer lieber, als gar nicht gesehen zu werden ...
Auch das halten Sie für übertrieben? Ich bin mir da nicht so sicher ... schauen Sie sich im Alltag um: Beschmierte Wände, zerstörte Sachen, Gewalt im Alltag, Selbstmordattentäter u.v.a.m.

Die Lösung? Schwierig ... schwierig. Geronnenes zu lösen, ist etwas vom Anspruchsvollsten, das ich kenne. Ich würde auf Neubeginn setzen. Bei den Kindern beginnen ... Vielleicht wäre es auch ein guter Anfang, nicht mehr so viel als „gut" zu befinden ...und sich immer mal wieder daran zu erinnern, dass alles Leben aus einer Quelle stammt, selbst wenn es im Ausdruck grundverschieden ist. Hilfreich wäre es, einen Blick fürs Ganze zu entwickeln. So, wie Müdigkeit der Beginn des Schlafes ist, ist Schlafen die Vorbereitung aufs Wachsein und dieses führt wiederum zur Müdigkeit.
Alles zusammen ...ein Ganzes.

Was meinen Sie? Sie sind anderer Meinung oder wie würden Sie das Thema ergänzen? Schreiben Sie uns einfach eine Nachricht. Danke.

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