Gute Tage – schlechte Tage

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Denkanstoß: Gute Tage – schlechte Tage

nach Jürgen Weist

Kennen Sie das Gefühl? Sie haben jahrelang oder besser jahrzehntelang etwas für „richtig“ gehalten und plötzlich begreifen Sie, es ist völlig anders ... so ungefähr fängt die nun folgende kleine Geschichte aus meinem Leben an.

Ich schätze mal, ich habe ungefähr vierzig Jahre geglaubt, bei mir würde es so etwas wie gute und schlechte Tage geben.
Die guten Tage waren gekennzeichnet davon, dass da viel Energie war, ich jede Menge Sachen hinbekam. An diesen Tagen war ich sozusagen „oben (dr)auf“ ... alles „flutschte“, ging gut von der Hand.
Die schlechten Tage begannen schwerfällig, kaum aus dem Bett gerollt, war da selbst nach dem zweiten Kaffee noch jede Menge Müdigkeit. An diesen Tagen war ich Querfühler par excellence. Irgendwie lag alles quer, Widerstand war das Grundgefühl und das Meiste lief erlebt eher schwer und zäh. Überforderungen (s. Blickpunkt Sep ´15) waren an diesen Tagen eher der Normalfall.

Kennen Sie das in ähnlicher Form? Von sich oder anderen? Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich war nie manisch-depressiv, jedenfalls nie mehr als ganz viele Menschen um mich herum ...;-)).

Wie geht die Story weiter? Wahrscheinlich hätte ich mein Konzept von guten und schlechten Tagen bis ans Lebensende weiter gepflegt, wenn da nicht so komische Erfahrungen gewesen wären. An den guten Tagen stand ich beispielsweise auf der Aikidomatte oder beim Tango auf der Tanzfläche und bemerkte, "wau", das mit dem Gefühl ist heute gar nicht so einfach.
Ich kann heute doll, aber einfühlsam geht eher nicht so gut. Oder an den schlechten Tagen fiel mir auf, dass ich viel mehr Mitgefühl mit anderen hatte, Gedichte schreiben konnte oder Musik mich ganz anders erreichte.

Ja und was ist nun die Moral von der Geschicht´? Ich habe keine wirklich guten und keine schlechten Tage mehr. Ich bin vorübergehend konstruktiv verunsichert und übe mich in „glechten und schuten Tagen“ und bin neugierig, was daraus erwächst.

Was löst dieser Denkanstoß bei Ihnen aus? Wenn Sie Lust haben: Schreiben Sie mir/ uns einfach eine Nachricht. Danke.

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