Ein jeder richtet sich im Leben ein …

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Denkanstoß: Ein jeder richtet sich im Leben ein ...

nach Jürgen Weist

Gewohnheiten machen das Leben leichter ... keine Frage. Andererseits sind Routinen, verfestigte Gewohnheiten der natürliche Feind von Lebendigkeit. Glauben Sie nicht? Okay, dann empfehle ich Ihnen das folgende Experiment: Schlagen Sie doch heute mal in drei unterschiedlichen Situationen mit anderen etwas noch nie Getanes vor.

Bitte entspannen Sie sich, ich will Ihnen gar nicht die Gewohnheiten vermiesen. Ich möchte nur einen klitzekleinen Denkanstoß zur Variation von Gewohnheiten anbringen.

Die meisten von uns entwickeln Gewohnheiten in Beziehung zu Objekten. Benutzen ungefähr den gleichen Zug oder Weg zur Arbeit. Halten an Ihrer Lieblingszahnpasta fest oder schauen sich meist den Tatortkrimi am Sonntag an. Oder was eben auch immer. Wie wäre es, stellen Sie sich das einmal vor, Sie würden Ihre Gewohnheiten von dinglichen Objekten auf Prozesse verlagern. Das wäre sowas, wie permanent Ihre Atemzüge wahrnehmen, Ihre Körperhaltung spüren oder merken, wie gespannt Ihr Körper ist? Weitere Prozessideen: Merken, welche Gedanken Sie denken, wie es Ihnen emotional geht usw.

Jetzt höre ich Sie sagen, ja, z.B. der Tatort ist doch auch ein Prozess, ein Film, der ca. 90 Minuten andauert. Wirklich? Erleben Sie das wirklich so? Neunzig einzelne Minuten lang? Sie merken vielleicht, worauf ich hinaus möchte. Gewohnheiten verwandeln lebendige Abläufe in feststehende Dinge. Machen aus innerem Erleben Sachen im Außen ...
Und nun? Heißt das, dass man keine Gewohnheiten mehr entwickeln soll? Mit Radio Eriwan würde ich antworten: Im Prinzip ja, aber es kommt darauf an ... ;-)).

Sie haben einen Impuls oder eine persönliche Frage zu diesem Denkanstoß? Schreiben Sie uns einfach eine Nachricht. Danke.

Weitere Denkanstöße, Ideen und Anregungen finden Sie ab sofort regelmäßig immer donnerstags unter www.bemerkenswertes.de.