Verbindende Trennung

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Denkanstoß: Verbindende Trennung

nach Jürgen Weist

Ich glaube, ich bin ganz schön geprägt worden, von all dem psychologischen Input der letzten Jahre, ja fast Jahrzehnte. Probleme lösen, Aspekte integrieren ... sind das doch vielleicht nur Floskeln im Umgang mit zutiefst menschlichen Aspekten?

Ich bin mir da aktuell nicht mehr so sicher ... ;-).

Also, Sprache mit ihren Bezeichnungen unterscheidet, trennt den Sandkuchen vom Sandhaufen ...macht ja auch Sinn, das zu können. Also Sprache und Denken sind Operationen der trennenden Unterscheidung. Fühlen wiederum ist ein Beziehungsakt. Es braucht ein Nervensystem, das in einem wahrnehmenden Bezug zu einem Aspekt steht. Ich spüre warmes Wasser aus dem Hahn fließen und je nach Bedürfnis (ob ich mich rasieren oder was Kühles trinken möchte) wird mein Nervensystem auf das Wasser reagieren. Ich weiß, das ist eine unzulässige Vereinfachung und doch nicht ganz falsch. Fühlen verbindet also eher ...

zwei ebenenDas eine trennt, das andere verbindet. Was ist denn nun besser? Die Antwort liegt möglicherweise auf einer anderen Ebene.
Vielleicht braucht es ein Bewusstsein, das diesen und andere unvereinbare, polare Gegensätze dynamisch umfasst. Das wäre statt des „entweder-oder“ ein „sowohl-als-auch“. Und zwar ohne, dass sich die lebensspendende Spannung zwischen den Polen des Widerspruches auflösen muss. Sie kann fließen ... das ist ein wenig so, als würde man Tanzende gleichzeitig auf der Ebene Paar und auch Tänzer und Tänzerin wahrnehmen können usw.

Konnte ich mich halbwegs klar ausdrücken? Falls Sie Fragen oder Hinweise haben: Schreiben Sie uns doch einfach eine Nachricht. Danke.

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