Kontrolle

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Denkanstoß: Kontrolle

nach Jürgen Weist

Das Wort Kontrolle stammt ab von dem französischen Begriff „Controle“. Es soll im Ursprung eine Art Register der Hafenmeister gewesen sein. Sie mussten nicht die Schiffe im Hafen zählen, sondern ein Blick ins Register reichte, um zu wissen, wieviel Schiffe im Hafen lagen. Wikipedia meint dazu, Kontrolle sei die Überwachung oder Überprüfung einer Sache, Angelegenheit oder Person und somit ein Mittel zur Herrschaft oder Gewalt über jemanden oder etwas. Sicher ein großes Thema im Alltag, oder?

Ich möchte heute nur einen klitzekleinen Ausschnitt darauf auswählen. Psychologisch gut sortiert möchte ich fragen, was meinen Sie, was Sie ganz persönlich so in Ihrem Leben kontrollieren?

Natürlich meine ich damit nicht die Raumtemperatur Ihrer Wohnung im Winter oder den Luftdruck Ihrer Autoreifen. Da wäre es ja noch ganz sinnvoll ... Im Coaching erzählen mir Menschen davon, wie sie ihre Gefühle beherrschen wollen, ihre Entwicklung ausrichten möchten ...u.v.a.m. In Beziehungen ist Kontrolle ein Thema mit ultimativer Bedeutung. Nur ein wenig provokant würde ich die Behauptung aufstellen: Menschen sind sogar in der Lage, Liebe und Leben zu kontrollieren, oft um sie auf ein erträgliches Maß zu reduzieren ... für wen eigentlich?

Dieser Text ist ein Denkanstoß oder heute besser ein Nachspüranstoß. Ich möchte Sie nicht mit „Wie-Informationen“ zum Thema Kontrolle langweilen. Mein Anliegen ist: Fangen Sie an, bewusst zu merken, wo sich wie und wann Kontrolle als Bedürfnis (wonach eigentlich?) mehr oder weniger subtil einschleicht ... zu welchem Preis und mit welchen Auswirkungen?

Auf einer übergeordneten Ebene: Wo ist Kontrolle nach Ihrem Ermessen durchaus sinnhaft (s. Autoreifen) und wo verheerend? Was wären andere Wege, Ihre Bedürfnisse zum Ausdruck zu bringen?
Dies für sich zu klären, ist ziemlich lebensdienlich ... komischer Begriff, aber er ist es, der mir in den Sinn kommt.

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