„Ich mach mir die Welt, so wie sie mir gefällt …“

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Denkanstoß: „Ich mach mir die Welt, so wie sie mir gefällt …“

nach Jürgen Weist

Ich würde diese Art Aussage der Kindergeschichte „Pipi Langstrumpf“ zuordnen, bin mir aber nicht ganz sicher …

Also, ein ganz wesentlicher Aspekt, warum Menschen möglicherweise mehr in Vorstellungen der Welt als in ihr selbst leben, ist, dass sie so die Welt zurechtdenken können. Sie können dem, was ist, immer genau die Bedeutung geben, die für die jeweilige Person passt. Ja, es gibt ein paar wenige, die in Vorstellungen wie: „Das werde ich nie schaffen“, „die Welt ist gemein“ zu mir usw. verharren. Aber viel umfassender ist die Tragödie, dass Vorstellungen als Rettungsboote für angenehme Zustände und Gefühle genutzt werden. Wenn ich auf jeden Fall „richtig“ bin, ja dann kann ich mich ja gut fühlen, leider muss dann z.B. die Verantwortung usw. nach extern verschoben werden. Ganz wichtig ist bei dieser Art von Kopfkino, dass am Ende „angenehmes Erleben“ herauskommt …

Das glauben Sie nicht? Okay, dann empfehle ich Ihnen folgenden Test. Die Idee dazu kam mir, als ich ein Lied mit dem Refrain “The truth will set you free“ hörte … es ist ´ne Art Dreischritt zum Durchdringen des Kopfkinos:

Schritt 1: Wo könnte, dürfte, müsste ich in aktives Handeln kommen? (Für Überaktive gibt es auch die Passiv-Variante)

Schritt 2: Wo tue ich es nicht, unzureichend oder falsch? (Falsch meint Ersatzhandlungen, irgendetwas anderes stattdessen)

Schritt 3: Welche Erklärungen, Vorstellungsbilder, Begründungen formuliere ich (mir selbst/ anderen ggü.) dafür?

Sollte das ein oder andere deutlich werden, seien Sie nachsichtig mit sich selbst. Wahrheit, auch wenn sie befreiend wirkt, will dosiert werden...
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