Vollkontakt mit dem Leben. Ein Risiko?

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Denkanstoß: Vollkontakt mit dem Leben. Ein Risiko?

nach Jürgen Weist

Vor einiger Zeit sammelte ich im Aikidotraining eine überaus interessante Erfahrung. Im Verlauf einer Übung stelle ich fest, dass ich mich beim Angreifen in gewisser Weise zurückhielt. Einen Teil meiner Energie nicht in die Aktion einbrachte. Auch körperlich war das spürbar...

Die Aktionen meines Gegenübers Julia (immerhin ein 4.Dan), erwischten mich konsequenterweise immer nur teilweise und ich war ziemlich damit beschäftigt, den verbliebenen und aufgeteilten Rest meines Körpers entsprechend ihrer Impulse zu organisieren. Klartext: Mein Fallen war suboptimal … ?.

Was will ich ausdrücken? Ja, in gewisser Weise scheint es risikoreich, ganz hinter etwas zu stehen, sich ganz in etwas hinzugeben oder man selbst zu sein. Andererseits, wenn ich die Erfahrungen aus dem Aikido verallgemeinere, ja, dann würde ich die folgende Behauptung aufstellen: Es ist viel leichter, mit etwas umzugehen, wenn ich als geschlossene Ganzheit darauf reagiere. Also voll in den Kontakt gehe …wenn ich aufgespalten agiere oder reagiere, dann darf ich nämlich zusätzlich mit den sich daraus widersprüchlichen Impulsen umgehen. Ein wenig so, als würde ein Bein nach links gehen und das andere einfach stehenbleiben … Was will ich damit sagen? Zurückhaltung hat ihren Preis …!

Sollte das ein oder andere deutlich werden, seien Sie nachsichtig mit sich selbst. Wahrheit, auch wenn sie befreiend wirkt, will dosiert werden...
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