Selbstwertgefühl kann man nicht denken, oder?

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Denkanstoß: Selbstwertgefühl kann man nicht denken, oder?

nach Jürgen Weist

Das Wort an sich sagt es schon: Erlebter Selbstwert ist kein Gedanke oder Vorstellung, sondern eher ein Gefühl oder Zustand. Warum dann Bücher zum Thema lesen?

Weil der Gedanke verführerisch ist …oder weil (wie im Blickpunkt angezettelt) das Thema „Identität“ eine Rolle spielen könnte. Im Laufe der Zeit sammeln wir Erfahrungen. Mit anderen und uns selbst. Mittels Erinnerung (wir haben halt ein Gedächtnis) schaffen wir dann rückkoppelnd eine Art Vorstellung über uns selbst. Wer, wie oder was wir sind. Und halten diese (an sich fragile) Vorstellung aufrecht. Meist gedanklich – im Sinne von Cogito ergo sum.
Und meistens ist dann Veränderung nicht wirkliche Veränderung, sondern eine Veränderung der Vorstellung über sich selbst. Was wir dabei selbst selten bewusst registrieren, ist, dass dies ein rein gedanklicher Prozess ist. Wann haben Sie sich je verändert, ohne vorher darüber nachzudenken, wie und wohin? Ein quasi Nebeneffekt des gedanklichen Unterscheidens ist, dass es einen Denker benötigt oder deutlicher: Hervorbringt. So gesehen, könnte man fast behaupten, dass es ohne Gedanken kein Ich gäbe, oder? Ich ende einmal mit zwei offenen Fragen. Kann es ein Ich geben, das nicht denkt? Und wenn es kein Ich gäbe (oder etwas Ähnliches): Wie wichtig wäre dann überhaupt sowas wie Selbstwertgefühl? Aber da „kein Ich“ ja auch keine Lösung wäre, was wäre dann eine?

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