In die eigene Kraft kommen

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Im Blickpunkt: In die eigene Kraft kommen

von Jürgen Weist

Sicher kennen Sie das Zitat: „In der Ruhe liegt die Kraft". Oder anders gefragt: Gibt es Tage, an denen Sie sich mehr Ruhe und innere Zufriedenheit wünschen würden? Wäre ein Plus an innerem Halt in den Wirren des Alltags für Sie manchmal unterstützend? Hätten Sie Lust, mehr und öfter in Ihrer Kraft zu sein? Souverän und ganz entspannt Ihren Alltag zu meistern? Woran könnte es liegen, dass es scheinbar nur ganz wenigen Menschen gelingt, gleichbleibend aus dieser Quelle zu schöpfen?

Ich glaube es ist inzwischen Allgemeingut, dass wir nicht eine einzige feste Persönlichkeitsstruktur haben, sondern unsere personale Struktur eher eine Ansammlung unterschiedlichster, manchmal sogar widersprüchlicher Wesenszüge ist. Egal wie die jeweilige psychologische Schule diese Anteile dann benennt: Ego-States, Inneres Kind, Erwachsenen-Ich, Teile usw. Wie auf einer Art inneren Bühne (ein Bild aus der Gestalt-Psychologie) treten innere Aspekte aus dem Hintergrund nach vorn. Manche Teile der Persönlichkeit sind öfter auf der Bühne, andere seltener, manche oft gar nicht ...

potenzialDieser Prozess, der dazu führt, dass in unserer Brust dann viele Seelen wohnen, nennt man Prägung oder Anpassung. Schon Siegmund Freud sprach davon, dass Erziehung dazu führt, dass wir bestimmte Anteile unseres potenziellen Selbst (je nach den Regeln des Bezugssystems) hervor– oder zurücktreten lassen. Waren wir z.B. als Kinder mit manchen Situationen emotional überfordert (wenn wir es nicht ertragen oder aushalten konnten), so wurden bestimmte Aspekte der Wirklichkeit ausgeblendet bzw. abgespalten. Meist um uns zu schützen und unser emotionales „Überleben" und Dazugehören im Bezugssystem (z.B. der Familie) sicherzustellen.

Bei den meisten von uns ist dies öfter passiert. Als Folge entsteht eine Art aufgespaltenes Bewusstsein. Im Alltag (gerade unter Stress) zeigt sich dies dann in Aspekten wie z.B. Unsicherheit, Unruhe, Angst, Festhalten, ein Gefühl der Getrenntheit, Ambivalenzen, Gereiztheiten, Süchten u.v.a.m. Über die Zeit wird dieses Erleben für jeden von uns „normal" und wir glauben, es sei Teil unserer Realität bzw. unserer Identität. Schließlich meinen wir dann, wir wären so. Gelernt ist gelernt - was für ein fataler tragischer Irrtum ... Ruhe, Kraft und innerer Frieden gehen – zumindest zeitweise – verloren.

Gerade in der Stille und Stimmung der Weihnachtstage (oder im Urlaub bzw. danach) wird all' das meist ein Stück weit spürbar(er), bevor wir dann wieder in der Taubheit des Alltags versacken.
Um dann im normalen Leben zurechtzukommen, suchen wir wieder nach Sicherheit, Stabilität, Informationen, Beziehungen – letztlich nach dem, was unsere existenziellen Ängste (unseren Lebensschmerz, unsere Grundgetrenntheit) reduzieren hilft. Und wir vermeiden alles – wie der Teufel das Weihwasser –, was uns in die Nähe der „alten Gefühle" und damit näher an die Angst bringt. Selbst, wenn wir (metaphorisch gesehen) am Ende von einer 200m2-Wohnung nur noch enge zwei Quadratmeter bewohnen, die sich dann aber total sicher – todsicher – anfühlen ...

Und wenn Sie mich noch nicht für völlig abgefahren halten, dann würde ich jetzt sogar noch behaupten, dass dies für die meisten von uns eine (notwendige) Entwicklungsphase ist, in der wir uns – mehr oder weniger – befinden. Was meinen Sie?
Was kann bzw. könnte jeder von uns (jetzt) tun?

Sie können Ihr Bewusstsein entwickeln. Einen Schritt weiter gehen ... Für Fachleute: Raus aus der Dissoziation hin zur Differenzierung. Oder platter gesagt: Die bewusste Rückkehr in eine erlebte Verbundenheit. Jesus wird zugeschrieben, dass er uns aufgefordert hat, wieder zu werden wie die Kinder, wenn wir ins Paradies wollen. Er hat nicht gesagt, dass wir wieder zu Kindern werden sollen. Ein kleiner, jedoch sinntiefer Unterschied! In der Integralen Psychologie des Ken Wilbers ist das der Unterschied zwischen der prä- und der post-kognitiven Entwicklungsstufe. Wir erreichen ein Bewusstsein, das sich als individuell und ganz erfährt. Holistisch gesehen: Teil und Ganzes zugleich. Das Wort „Individuum" bedeutet nicht mehr, aber auch nicht weniger, als das „Unteilbare".

Wege dahin gibt es viele ... ob Sie tanzen gehen, meditieren, die Natur genießen, Joggen, Tai Chi üben usw. Spüren Sie nach, was ist Ihre Tür? Was hilft Ihnen ... ganz da zu sein? Jetzt in Kontakt mit dem Leben zu sein. Einen angstfreien gefühlten Raum zu betreten, der jenseits von richtig und falsch (dualen Bewusstsein) ist. In dem wir alle das Wissen darum haben, was gerade jetzt wirklich wahr ist, was es gerade jetzt braucht. Der persische Poet Rumi nannte dies, den Rocksaum Gottes berühren.

Vielleicht sagt Ihnen dies alles ( n o c h ) nichts. Möglicherweise erleben Sie beim Lesen sogar Gefühle der Ablehnung und Abwehr („was schreibt der denn für'n Quatsch?"). Es könnte aber auch sein, dass Sie sich an etwas erinnert fühlen, um das wir letztlich alle (schon) wissen. Ja, es könnte sogar sein, dass Sie dieses Gefühl/ diesen Zustand (wieder er)kennen, aber immer wieder verlieren und sich fragen, wie kann ich diesen flüchtigen Gast zu meinem dauerhaften Freund machen?
Dann – ja, genau dann und erst dann - lade ich Sie von Herzen ein, mit der Conzendo- Essenz (das Gut der Seele als Weg) in Kontakt zu kommen. Vielleicht möchten Sie manchmal unseren Newsletter genießen? Sie können uns auch „doof finden" – wenn es hilft ... letztlich ist auch Ablehnung (das Wort sagt es) eine Spezialform des in Kontaktseins. Natürlich ist uns lieber, Sie lernen uns z.B. an einem unserer Coaching-ProFit-Tage kennen und erleben, wie (und wer) wir wirklich sind. Oder Sie kommen vielleicht bei unserem Berufungs-Seminar oder einer Auszeit für sich selbst - unserer Coachingwoche Mallorca - mit uns mehr in Ihre Kraft?

Gleichgut, ob im Kontakt zu uns oder anders: Folgen Sie Ihrem Ruf, Ihrer Wahrheit, der ureigenen Verantwortung, die (nur) Ihrem Leben innewohnt ... und ich verspreche Ihnen, dass Sie (selbst dann, wenn Ihr Leben im Alltag weiterhin anspruchsvoll bleibt) etwas finden werden, das gerade für Sie ausgesprochen wertvoll sein wird. Der Mythos vom Leben als Heldenreise spricht von dem persönlichen Schatz, der errungen werden will ...

Soweit heute zum Thema „In die eigene Kraft kommen". Natürlich wie immer unvollständig bleibend und vielleicht doch ansprechend. Ich wünsche Ihnen allen eine beSINNliche Weihnachtszeit...

Ihr

Jürgen Weist