Berufung einmal ganz… anders.

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Im Blickpunkt: Berufung einmal ganz... anders.

von Jürgen Weist

Warum möchten Menschen ihre Berufung finden? Haben Sie sich diese Frage je einmal gestellt? Manchmal denken Menschen, wenn sie endlich ihre Berufung fänden, dann würden sie mehr Glück, Zufriedenheit und Erfolg erlangen. So wie in der Werbung, so im Sinne von: Mit dem richtigen Partner, dem richtigen Job, dem richtigen Haus, genügend Geld usw. geht es mir... dann ...so richtig gut. Vollkommenes Glück stellt sich ein.

So zu denken, ist zutiefst menschlich ... und gleichzeitig kennzeichnend für eine Art Bewusstseinszustand, der letztlich darauf zielt, Lust zu suchen und Schmerz zu vermeiden. Diese Sichtweise, in der zudem meist scheinbar etwas fehlt, ist auf Bedürfnisse, auf Erwartungen, Projektionen und Erinnerungen hin orientiert. Das ist doch normal, meinen Sie vielleicht. Stimmt, würde ich dann antworten.

Und so möchte ich Sie heute einladen, einen Moment, zwei kleine Schritt über diese Perspektive hinauszugehen ... gleichzeitig zugebend, dass es mir auch immer noch passiert, was ich gleich beschreiben werde. Mein Unbewusstes funktioniert oft auch noch so, dass bestimmte Dinge auf bestimmte Art sein müssen, damit ich zufrieden bin, mich glücklich fühle usw. Das Rezept lautet dann: Also wenn das und das passiert, dann geht es mir gut, wenn das Gegenteil passiert, fühle ich was anderes. Sich gut fühlen hängt also a) von bestimmten Bedingungen ab ... und b) dass die Bedingungen auch erfüllt werden. Kennen Sie das? In Kurzform heißt das Ganze: Wenn es so kommt, wie ich es will, geht es mir gut! Wenn ich an diesem Punkt kurz innehalten darf ... würden Sie mir so bis hierher halbwegs zustimmen? Passt das so ungefähr zu Ihren normalen Alltagserfahrungen?

Okay, weiter geht's ... ich würde jetzt gern wieder die Kurve zum Thema Berufung bekommen. Also wir, im Hause Conzendo, glauben, dass wir, wenn wir das leben, wozu wir berufen sind, in ein ganz besonderes Lebensfahrwasser kommen. Das Problem mit dem Thema jedoch ist, und nun wiederhole ich mich zur Verdeutlichung, wenn die Suche nach der Berufung n u r eine Art Schmerz-Vermeidungstendenz ausdrückt, egal, ob ich etwas bekommen oder loswerden möchte, ja, dann läuft etwas grundlegend suboptimal. Nicht völlig falsch, nur eben so viel daneben, als würde man da suchen, wo man sicher nicht findet, weil man es ganz woanders verloren hat.

Anders gesagt: Wenn ihr momentanes Leben nicht okay ist und sie deshalb ihre Berufung finden möchten, dann wird es nicht (oder nur ziemlich eingeschränkt) funktionieren ... einfach weil ihr Beweggrund und damit ihre Suchbewegung in sich nicht „absichtslos" sind. Es gibt bei den meisten von uns, ein (und wenn auch unbewusstes) „Um-zu", das dann die Suche subtil einfärbt. Das macht die Sache unsauber... Kann ich den feinen Unterschied ausdrücken, den ich da bezeichnen möchte? Ihre Berufung (und damit Ihr tiefstes Potenzial) möchte um ihrer/seiner Selbst willen gefunden werden.
Testen Sie selbst: Wie würde es Ihnen gehen, wenn Sie die personifizierte Berufung wären und jemand würde Sie zu einen bestimmten Zweck benutzen wollen oder ein anderer würde Sie um ihrer Selbst willen begehren bzw. wertschätzen. Wem würden Sie sich lieber offenbaren ... mit wem lieber zusammen sein?

Und noch einmal geht es weiter ...
Ich möchte mit drei vielleicht nicht so bequemen Fragen zum Aufrütteln fortfahren. Ich möchte Sie nicht nerven, aber bitte gestatten Sie mir, Sie auf ungewöhnliche Weise zu berühren, ja zu provozieren, was ja soviel wie etwas hervorlocken bedeutet.

  • Frage 1: Gibt es etwas, wofür Sie (gerne mehr) leben (würden)?
  • Frage 2: Welchen tieferen Sinn hat Ihre Existenz? Sind Sie für etwas/ jemanden da?
  • Frage 3: Erleben Sie Ihr Leben (in welcher Hinsicht) als wertvoll?

Bitte antworten Sie so wahrhaftig, wie es irgend gerade geht. Außer Ihnen erfährt ja sowieso keiner die Antworten. Das bleibt alles geheim, nur halt nicht mehr unbewusst ... Ja, sicher werden Ihnen Beziehungen einfallen oder Gruppen, in denen Sie eine Rolle spielen. Ihre Familie, Ihr Arbeitsplatz usw. Das meine ich heute aber nicht ... gehen Sie bitte weiter ... was würde „das Leben" an sich antworten oder Sie, wenn Sie allein auf einer einsamen Insel lebten?

Gehe ich Ihnen zu weit? Okay, das ist mein Risiko. Worauf will hinaus? Wohin möchte ich Ihre Aufmerksamkeit einladen?
Ich glaube, ich habe bereits erwähnt, dass das Leben dessen, wozu ich zutiefst gemeint bin, existentielle (Aus-)Wirkungen hat, nicht wahr? Könnte es sein, dass das Leben noch einen anderen Sinn hat, als hier eine Zeit lang genervt herumzulaufen und in den sauren Apfel der Alltagsrealität zu beißen? Mehr als zu leiden, Kinder aufzuziehen und zu arbeiten? Ich meinte, noch einen anderen, möglicherweise tieferen Sinn? Ich habe per se überhaupt nichts gegen das Arbeiten, Kinder und Familie ... alles relativ gute Sachen ... aber wenn es – darüber hinaus – etwas absolut Wichtiges gäbe? Etwas, wofür nur Sie (Ihre Existenz) der Schlüssel wären?

Achtung, jetzt wird es so richtig leidenschaftlich:
blume 2 kleinWie wäre es denn, wenn Ihre Existenz eine einzigartige lebendige Aufforderung wäre, als der Mensch zu leben, der Sie von Ihrem Potenzial her sein könnten? Ein Freund von mir nennt das, der beste Ralf zu werden, der ihm möglich ist. Anders gesagt: Lernen, vollkommen menschlich zu werden – unser Potenzial und darin unsere einzigartige Essenz zu entfalten ... ein ganzer, reifer Mensch zu werden ...was übrigens nur wenige schaffen, abgesehen mal von Ausnahmemenschen wie Buddha, Jesus usw. Sie meinen das klingt utopisch, ist am Leben vorbei? Kann sein ... aber ich frage Sie: Wie geht es Ihnen, wenn Sie sich diese Frage einmal wirklich so unmittelbar stellen? Was klingt da in Ihnen an? Klingt da was an?

Und unabhängig davon, ob das Ziel erreichbar ist oder nicht, so könnten wir es dennoch anstreben ... Tag für Tag, von Moment zu Moment, gerade jetzt schon wieder ein kleines bisschen. Was oder besser, wie wäre dann Ihr Leben? Ab jetzt sofort! Und das absolut Verrückte ist ... dafür braucht man kein Mönch werden, oder nach Indien in den Ashram fahren. Wir sind zutiefst davon überzeugt, dass Sie es genau da hinkriegen (sollen), wo Sie gerade sind und mit wem Sie leben. Psychologisch bedeutet es: Beginnen Sie noch heute damit, den unschätzbaren absoluten Wert Ihrer Existenz von dem relativen Wert in funktionalen Bindungen zu unterscheiden; und wenn Ihnen das auf Anhieb nicht leicht fällt, und Sie erfahren möchten, wie man es schafft, die eigene Existenz und das, was man vom Leben so gerne haben möchte, intelligent unter einen Hut zu kriegen ... dann gönnen Sie sich die sinnvolle Erfahrung unseres Berufungsseminars „Das Eigene leben".
Sie sind herzlich willkommen.

Ich freue mich schon jetzt auf Ihre Meinungen und ergänzenden Hinweise und ggf. auch Widersprüche. Schreiben mir einfach eine Mail. Wenn es mir möglich ist, antworte ich auf Ihre Nachricht. Vielen Dank.

Ihr
Jürgen Weist