Bewusstseinsentwicklung … zwei Richtungen … ein Ziel

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Im Blickpunkt: Bewusstseinsentwicklung ... zwei Richtungen ... ein Ziel

von Jürgen Weist

Wie geht es Ihnen beim Lernen? Mir z.B. helfen Ideen, die möglichst einfach in meinem Alltag umzusetzen sind. Ich möchte Ihnen heute ein kleines Modell zur Bewusstseinsentwicklung beschreiben, das wir für unsere Coachingarbeit gerade entwickeln. Es ist (hoffentlich) einfach, aber (leider) überhaupt nicht simpel ...;-)).

Es beschreibt zunächst bei der Entwicklung von Bewusstsein zwei grundsätzlich (scheinbar konträre) Richtungen:

  1. Die Differenzierung von bedeutsamen Unterschieden (im weiteren „Klären" genannt).
  2. Die Herstellung von Beziehungen zwischen den geklärten Elementen (im weiteren „Fühlen" genannt).

skizze fuehlen-klaeren2Vereinfacht gesagt: Für uns hat die Bewusstseinsentwicklung also zwei Hauptströmungen. Einerseits gibt es den trennenden Aspekt von Unterscheidung, ich sollte also das Wesentliche klar fokussieren können, andererseits auch mitbekommen, wie Aspekte miteinander in Wechselwirkung stehen. Anders (provokant) formuliert: Es gibt Menschen, die können erstaunlich gut feine kognitive Unterscheidungen treffen, verlieren sich dann aber in den Auftrennungen und merken dann nicht mehr so viel, gerade wenn es um Unbekanntes geht ... und anderseits gibt es Menschen, die empfinden total viel, spüren die Wechselbeziehungen, sind aber ständig so bewegt, dass sie für sich nur schwer klar den (Ansatz)Punkt finden, ins Handeln zu kommen usw.
Als Frage: Nur mal so ganz grob, welcher Grundrichtung würden Sie sich überwiegend zuordnen?

Weiter im Text ... so interpretiert ist Bewusstseinsentwicklung einerseits gefühlte Klarheit und anderseits ein geklärtes Gefühl. Was soviel bedeutet wie: Ich habe ein Gespür dafür, worum es (hier und jetzt) genau geht und wie dies mit anderen Aspekten in Beziehung steht. Stellen Sie sich ein dreidimensionales Netz vor ... ich weiß genau an welchem Knoten ich ziehe und in habe eine Ahnung, wie sich das auf die anderen Knoten bzw. auf das gesamte interaktive Netz auswirkt.
Vielleicht zur Vertiefung ein paar plakative Alltagserfahrungen als Untermauerung. Gestatten Sie mir bitte, im Sinne der Verdeutlichung ein wenig zu übertreiben bzw. zu vereinfachen, okay?

Meine Beispiele:

  • Es gibt Menschen, die finden das Verfeinern von Ideen interessant, lieben es, diskutierend den Punkt genau zu treffen, während genau das die anderen ermüdet. Geht es dann um das Fühlen, ums Spüren im Tun, dann fangen die anderen zu gähnen an und finden dies echt anstrengend.
  • Bei Überforderung ziehen sich die einen auf die rationale Ebene zurück, in dem sie nicht mehr so viel spüren (und haben dann total kluge „Warum-Begründungen") und die anderen ziehen sich eher ins Gefühl zurück, indem sie beginnen zu bewerten, zu klagen und manchmal abzuwerten.
  • Es gibt Menschen, die kommen zusammen und den einen reicht es, mit dem anderen zu sein und der andere findet das langweilig und möchte gern unbedingt etwas aktiv tun.
  • Entscheidungsfindung kann auch ein Thema sein: Die einen haben ganz viele Ideen, wissen dann aber nicht, was für sie genau richtig ist, nutzen dann Checklisten, fragen andere Menschen ... die anderen haben ein Gefühl für das, was sie nicht wollen, aber was sie gerne täten, bleibt irgendwie unklar...
  • Das letzte Beispiel ist zugegeben schon ein wenig speziell: Ein bestimmter „Raum" ist total toll und vor allem teuer eingerichtet (z.B. ein Hotel, ein Restaurant usw.). Die einen finden es toll und beeindruckend und die anderen spricht es überhaupt nicht an...
  • Ein alter (schlechter) Witz mit wahrem Kerngehalt: Die einen kommen beim Sex ins Gefühl und die anderen brauchen Gefühl, um Sex zu haben...

Was hat all' das Erwähnte nun mit Bewusstseinsentwicklung zu tun? Ich glaube, die einen haben jetzt so eine ungefähre Ahnung ...und die anderen wissen doch genau, worum es geht, oder? ;-)

Ich freue mich schon jetzt auf Ihre Meinungen und ergänzenden Hinweise und ggf. auch Widersprüche. Schreiben mir einfach eine Mail. Wenn es mir möglich ist, antworte ich auf Ihre Nachricht. Vielen Dank.

Ihr
Jürgen Weist