Sieben gute Fragen für´s neue Jahr …

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Im Blickpunkt: Sieben gute Fragen für´s neue Jahr ...

von Jürgen Weist

video bild 1Falls Sie Lust haben: Ein Conzendo-Video-Jahresrückblick und ein paar ausgesuchte Fragestellungen, die Ihren persönlichen Übergang ins neue Jahr begleiten könnten. Fragen, die mir im Jahr 2015 begegnet sind: Im Coaching, in Gesprächen oder Seminaren. Vielleicht ganz gut, um Zukunft sinnvoll zu gestalten ...

Keine Ahnung, wie Sie im Moment unterwegs sind ... ich bevorzuge zunehmend „offene Fragestellungen“. Das heißt: Ich nehme nicht die erstbeste Antwort, sondern trage die Frage mit mir durch verschiedene Tage, Situationen, Stimmungen usw. Dann erst, wenn sich ein wirklich deutliches Gefühl ergeben hat, ernte ich das Entstandene. Aber ich gebe zu: Auch das ist sicher nur eine von vielen intelligenten Möglichkeiten, mit Fragen umzugehen. Finden Sie einfach Ihre Art. Jetzt die Fragen:

  1. Wie will ich im neuen Jahr leben?
    Sicher eine große Frage. Aber heruntergebrochen in Mikroschritte: Welche Miniveränderungen, welche neuen Kleinstgewohnheiten usw. würden Sie auf den (neuen) gewünschten Lebenskurs bringen? Wie der Ozeandampfer, der seinen Kurs nur um wenige Grad ändert, aber im Lauf der Zeit dadurch an ein völlig anderes Ziel gelangt.
  2. Wo und wozu will ich beitragen?
    Das, worauf wir unsere Zeit, unsere Energie und Lebenskraft verwenden, gewinnt an Form und Substanz. Wächst ... da ist jeder von uns bedeutsam. Egal, ob es um Kaufgewohnheiten, Politik und welche Entwicklung auch immer geht. Entscheiden Sie bewusster, was wachsen soll und was kleiner werden soll. Wie jemand, der jetzt einmal mehr pro Woche zum Sport geht und dafür weniger TV sieht.
  3. Welche bremsenden Widersprüche, Ambivalenzen, Zwickmühlen usw. möchte ich im nächsten Jahr verkleinern, auflösen usw.?
    Es gibt im Leben der meisten Menschen sowas wie Dauerbaustellen, die einfach Zeit, Energie, Lebensfreude usw. „fressen“. Energien, die man oder frau besser dazu verwenden könnte, den Alltag, die eigene Berufung oder was auch immer konstruktiv(er) zu gestalten. Welche Energiefresser oder Dauerfokussierungen könnten „auf Diät“ gesetzt oder möglicherweise sogar ganz gelöst werden? Wie die Klientin, die statt über ihren Job zu klagen, im nächsten Jahr aktiv eine neue Beschäftigung suchen will.
  4. Wann und wo verliert sich der Kontakt zwischen Verstand und Gefühl, zwischen reflektivem und emotionalem Bewusstsein? Welches Potenzial wird da deutlich?
    Diese Frage wirkt vielleicht erst einmal ziemlich speziell. Möglicherweise helfen dann die ergänzenden Fragen: Wann fühlen Sie sich manchmal als Opfer der Umstände, eher schwach oder hilflos, überfordert und dann manchmal fast übermäßig stark (im Sinne: ich schaffe fast alles), erleben sich dann aber wiederum manchmal als zu harsch zu anderen, können mit manchem nicht aufhören, erleben Nähe als stressig usw. Welches Potenzial wird da deutlich? Wie einer meiner Bekannten, der anfangen hat, seinen Tag regelmäßig mit einer kleinen Meditationssequenz zu beginnen.
  5. Wo, wann und mit wem geht mir das Herz auf? Wie oft (er)lebe ich beseelte Momente?
    Unsere Sprache kennt Ausdrücke wie: Mir wird warm ums Herz, das inspiriert mich, das finde ich total schön. Alle Menschen kennen das ... und meine Frage dazu ist: Wie können Sie diese natürliche Kraft (in sich) stärken? Öfter (er)leben ... genießen? So da sein ...? Was oder wer fördert diese Qualität bei Ihnen? Wie die Kollegin, die sich pro Woche eine „Blaue Stunde“ für klassische Opernmusik (die sie so liebt) reserviert hat. Einmal pro Vierteljahr geht sie jetzt übrigens zusätzlich ins Ballett.
  6. Wie erlebe ich (mehr) Sinn? Welches Sein oder Tun (im Wie /Was) vermittelt mir persönlich Sinn / Befriedigung? Diese Frage hat durchaus eine hohe Nähe zu Frage 5. Sie lässt sowohl inhaltliche (z.B. ich verabrede mich regelmäßig(er) mit Menschen, mit denen ich den Kontakt als bereichernd erlebe) als auch Antworten auf der Haltungsebene zu (z.B. ich übe mich darin, die Dinge in einem Tempo zu erledigen, dass mir mehr – gutes ? – Gefühl zum Getanen vermittelt). Als sinnhaft erleben manche Menschen übrigens das, was ihnen mehr innere Ruhe und Zufriedenheit vermittelt.

  7. Was kann ich nicht allein und wo brauche ich ggfs. andere?
    Die Beziehungsfrage für Profis... oder wie Carl Gustav Jung es meinte: Reife als eine Zunahme an Liebes- und Beziehungsfähigkeit. Das ist weder rosarot noch (nur) romantisch gemeint ...
    Aber in Zeiten, in denen Menschen immer mehr in ihren Smartphones oder anderen Medienangeboten „versinken“: Wo, in welchen Situationen, könnten Sie das Abenteuer menschlicher Begegnung pflegen? Wo das Risiko besteht, das Sie aus Begegnungen mit einem Du als Ich gewandelt hervorgehen ...
    Einen Selbsterfahrungskurs buchen, tanzen gehen, einen Tag Improvisationstheater machen ... mit dem Partner, der Partnerin etwas machen, was man zuvor noch nie gemacht hat usw.
    Welche Frage hat Sie wie „angesprochen“? Oder haben Sie schon beim Lesen angefangen nachzusinnen ...? Möglicherweise fanden Sie meine Fragen auch ziemlich „schräg“, aber im Abgleich dazu ist in Ihnen eine eigene Frage entstanden? Wie auch immer ...

    Mit oder ohne Fragen: Ihnen einen guten Übergang im Wechsel der Jahre und möge das Jahr 2016 für Sie ein segensreiches werden.

    Für das Conzendo-Team

    Herzlichst
    Ihr
    Jürgen Weist