Krisenhafte Veränderung …

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Im Blickpunkt: Krisenhafte Veränderung ...

von Jürgen Weist

Wenn man im Moment auf Veränderungen um uns herumschaut, sei es gesellschaftlich, politisch oder kulturell, so könnte man durchaus meinen, dass wir vor komplexen Aufgaben stehen, die im Moment einen krisenhaften Verlauf nehmen.

Ich meine da beispielsweise Entwicklungen, wie die globale Flüchtlingsfrage, den Brexit oder auch die amerikanische Präsidentenwahl.
Es scheint, dass alte Verhältnisse sich zunehmend verabschieden, eine Art bisher gewahrte Normalität sich verliert, gewohnte Stabilität geht flöten.erunsicherung, Angst und wir würden sagen, eine Verengung des Bewusstseins sind die Folge. Polarisierung, (Ab)Spaltungstendenzen, eine steigende Unberechenbarkeit in vielen Bereichen und egozentrische aggressive Tendenzen meinen wir erkennen zu können.

Bodensatz dieser weltweit zu beobachteten Entwicklung ist eine allgemeine Unzufriedenheit. Ob mit den persönlichen Umständen, den gesellschaftlichen oder politischen Verhältnissen. Nach Analysen war für den Erfolg des zukünftigen amerikanischen Präsidenten Trump das zentrale Kriterium: Er sorgt für den Wandel. Inhalte, Ehrlichkeit, Glaubwürdigkeit usw. spielten so gut wie keine Rolle. Die Art wie der Wahlkampf in den USA gelaufen ist, nämlich relativ plump populistisch, lässt eine Ahnung aufsteigen, vor welcher Entwicklung wir in Europa möglicherweise noch stehen. Nachweislich waren 75% der Aussagen des republikanischen Kandidaten falsch oder gelogen. Wie kann man als Wähler ernsthaft annehmen, dass sich dieser Mensch dann ab morgen engagiert für meine Interessen einsetzen wird. Wie man darauf kommen kann: Für mich wirklich schleierhaft ...
Aber warum sind die o.a. Beispiele so gelaufen, wie sie gelaufen sind? Ich glaube, die wachsende Komplexität unseres Alltagslebens lädt uns dazu ein, die Lösung auf bestimmte Personen oder Institutionen zu projizieren. Und wenn das schon nicht zuverlässig klappt, dann muss man es denen da oben mal zeigen, oder? Dagegen sein, ohne konstruktive Lösungen anzubieten, ist in Mode gekommen ...

Und ein Stück weit kann ich es verstehen. Natürlich klingt es verführerisch, wenn da jemand kommt und sagt: Keine Sorge, mein Freund, ich sorge dafür, dass deine Probleme gelöst werden. Ich werde mich darum kümmern, dass es dir besser geht. Aber mal ehrlich, wie glaubhaft ist denn das wirklich? Nicht umsonst behaupten Historiker, dass in Zeiten komplexer Problemstellungen die Sucht nach einfachen Lösungen und Rezepten wächst.
Deshalb möchte ich – jetzt am Schluss dieses Beitrages - auf die Ideen im nachfolgenden Denkanstoß hinweisen und uns alle (mich eingeschlossen) zu der unangenehm guten Botschaft auffordern: Lassen Sie uns die Dinge annehmen, wie sie sind. Lassen wir den kindlichen Glauben, irgendjemand wird schon kommen und es richten. Lassen Sie uns selbst Hand anlegen und etwas tun. Lassen Sie sich nicht das Märchen von den Schuldigen einreden. Als Beispiel: Mr. Trump sprach im Wahlkampf von den Chinesen, die anderen die Arbeitsplätze wegnehmen, den Mexikanern, die durch die Bank Vergewaltiger sind und betitelte Muslime generell als potenzielle Terroristen. Lassen Sie nicht zu, dass zunehmende Ablehnung, Hass und Radikalisierung unseren Alltag prägen und die Beziehungen zwischen den Menschen zerstören.

Last but not least: Ja, ich habe auch Ängste. Sogar jede Menge. Das ist zutiefst menschlich und das darf ich und Menschen um mich herum manchmal aushalten. Aber es macht einen Unterschied, ob ich Angst habe oder sie mich.
Es lässt sich hier so leicht schreiben: Nehmen Sie alles so gelassen wie möglich, versuchen Sie, da wo Sie sind, einen Beitrag dazu zu leisten, dass das Leben (erst das große und dann Ihr kleines eigenes) sich auf bestmöglichste Weise entwickeln kann.
Ich glaube, dann ist (fast) alles, aber auf jeden Fall vieles getan ...

Ich freue mich schon jetzt auf Ihre Meinungen und ergänzenden Hinweise und ggf. auch Widersprüche. Schreiben Sie mir einfach eine Mail. Wenn es mir möglich ist, antworte ich auf Ihre Nachricht.

Ihr
Jürgen Weist