Der Verlust der Gegenwärtigkeit

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Im Blickpunkt: Der Verlust der Gegenwärtigkeit

von Jürgen Weist

Jeder von uns hat sicher schon die Erfahrung gemacht, dass Zustände z.B. im Verlauf eines Tages wechseln. Was meine ich mit Zuständen?

Unterschiedliche Stimmungen, emotionale Befindlichkeiten oder das Energielevel usw. Beispielsweise ändert sich auch die Art von Konzentration, mal sind wir mehr auf Details ausgerichtet, mal weniger. Wenn dann mal weniger Fokus und Konzentration oder Beschäftigung angesagt sind, kennen Sie dann folgenden Effekt? Sie entspannen gerade oder sind noch nicht eingeschlafen oder aufgewacht, quasi in einem Zustand dazwischen, und dann kommt es … das Rudel oder Regiment „sorgenvoller Impulse“. Fragen, Sorgen, Dinge, die noch zu erledigen wären und sonst was immer, tauchen auf. Ein Impuls nach dem nächsten …oder sogar mehrere zugleich… nix mit Entspannen, Schlafen oder angenehmer Schwere. Die Impulse an sich? Irgendwie sind sie schon wichtig, vielleicht auch nützlich, aber das Timing ist eher suboptimal. Lässt man diesem Strudel freien Lauf, entstehen oft immer fiktivere und angstbesetztere Vorstellungen. Man beginnt den Teufel an die (geistige) Wand zu malen…

Was man meistens gar nicht bemerkt, wie sachte und zugleich vehement man dabei aus der Gegenwärtigkeit gezogen wird. Ungeheuer subtil verliert man den Zugang zu dem, was gerade wirklich passiert. Das ist aus vielerlei Gründen bedauerlich … oder sogar eine echte Tragödie.
Vielleicht erlebt man gerade etwas Angenehmes und schwupp ist man, statt sich wohlzufühlen, mit Sorgen beschäftigt. Oder man bekommt nicht mehr oder nur noch eingeschränkt mit, was tatsächlich passiert und reagiert dann auf den Teil, den man noch mitbekommen hat …der Alltagsmund nennt das dann „am Leben vorbei…“.

Sich einen Kopf machen ist für uns eher ein emotionales Thema, aber wir sind uns darin einig, dass es oft durch einen Verlust von Gegenwärtigkeit finanziert wird. Wenn man den Faden allerdings weiterspinnt, dann könnte man sich auch fragen, inwieweit Gegenwärtigkeit mit „am Leben (dran) sein“ zu tun hat? Ich weiß, das ist eine anspruchsvolle Frage, aber möglicherweise bringen einen die Antworten ja wieder mehr ins Leben …

Während ich dies schreibe, bemerke ich, dass es mir wichtig ist, Ihnen mit diesem Text zu ermöglichen, zu erfahren, ob auch Sie manchmal durch Sorgen usw. aus der Gegenwart geworfen werden. Vielleicht betrifft es ja doch nur mich? Aber wenn es auch Sie betrifft, dann erforschen Sie das … ich verspreche Ihnen, Sie werden erstaunt sein. Und es geht gar nicht ums Verhindern, sondern auch da wäre meine Lieblingsempfehlung: Werden Sie sich Ihrer selbst bewusst!

Sei es drum: Im heutigen Denkanstoß finden Sie auch noch einige Anregungen dazu, was Menschen (zurück?) in das gegenwärtige Erleben bringt. Nichts wirklich Neues, aber vielleicht gerade deshalb interessant …

Fragen, Kommentare und Beschwerden sind mir herzlich willkommen. Schreiben Sie mir gern eine Nachricht.

In diesem Sinne
Ihr
Jürgen Weist