Wer fragt, der bezieht sich (neu) ...

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Im Blickpunkt: Wer fragt, der bezieht sich (neu) ...

von Jürgen Weist

Es sind wieder sieben Fragen geworden... Fragen, die gestellt, dazu führen können, dass Sie anders da sein können … Fragen, bei denen möglicherweise nicht die Antworten so wichtig sind, sondern die gelebten Fragen … und vermutlich werden Sie bemerken, dass es schwerpunktmäßig um Relationen geht. …

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  1. Wie groß ist in Ihrem Alltag das Verhältnis zwischen Sein und Machen? Gibt es in Ihrem Alltag unstrukturierte „Seinszeit“? Zeit, die nicht irgendeiner Funktion unterliegt? Wie ist das Verhältnis bei Ihnen? Gibt es Zeiten, in denen die Seele aufatmen darf?
    Beispiele: Ich nehme mir kleine Inseln an Auszeiten, gehe in der Natur spazieren, mache spontan, wozu ich Lust habe, meditiere usw.
  2. Wie oft drücke ich Wertschätzung aus? Wie oft werte ich ab? Stärke ich mich und andere? Ist meine Kritik konstruktiv? Stärkt meine Anwesenheit andere grundsätzlich? Kann ich mir Wichtiges ausdrücken, ohne groß zu verletzen?
    Beispiele: Ich sage einer mir wichtigen Person etwas durchaus Kritisches, aber in einer Haltung, die mein Gegenüber spüren lässt, dass er/ sie mir wichtig sind. Für Hilfe bedanke ich mich aufrichtig. Immer öfter kann ich anderen gegenüber ausdrücken, was ich an Ihnen schätze …
  3. Wie gehe ich mit eigener und fremder „Not“ um? Wenn ich selbst oder andere Bedürfnisse habe/n, wie reagiere ich dann darauf? Wie gehe ich damit um? Wenn ich merke, Konflikte bahnen sich an, wie reagiere ich dann meist?
    Beispiele: Ich kann Bedürfnisse als solche wahrnehmen und bleibe frei in der Erfüllung oder dem Zeitpunkt der Erfüllung. Ich nehme Spannungen wahr, kann sie aushalten und sogar ansprechen … und konstruktiv gestalten.
  4. Kann ich Dinge, Aspekte oder Menschen lieben, die ich nicht mag? Klingt erst einmal ungewöhnlich, oder? Wenn ich „Liebe“ als Energiefluss, als konstruktive Zuwendung verstehe, inwieweit bin ich in der Lage, meine Energie auf „etwas“ zu richten oder an etwas dranzubleiben, selbst wenn es mir nicht auf Anhieb sympathisch oder angenehm ist?
    Beispiele: Ich bekomme gerade etwas nicht hin und jemand bietet mir dann seine Hilfe an. Kann ich „danke“ sagen und lernoffen die Unterstützung genießen? Oder: Meine Tagesform ist gerade eher „low“. Wie gut kann ich das annehmen, Funktionales beiseitestellen und (mit) mir dann gut sein?
  5. Wie sehr kann ich innen und außen als Unterscheidung in Einheit wahrnehmen? Inwieweit erkenne ich, dass äußere Ergebnisse und innere Haltung (in beide Richtungen) einander bedingen? Wie klar ist mir, dass meine innere Beziehung (zu mir selbst) der Maßstab für äußere Bezüge ist? Inwieweit ist Vertrauen eine zukünftige Kompetenzerwartung?
    Beispiele: Egal, wie ich eine Situation wahrnehme und bewerte, ich bin mir meiner Perspektive (halbwegs) bewusst. Ich weiß (fast immer), dass es mir möglich ist, diese zu ändern. Ich erkenne (an), dass wenn mich äußeres Geschehen berührt, das einer inneren Beziehung entspricht.
  6. Wie rasch kann ich in meine innere Mitte zurückfinden? Wenn mich Erfahrungen die Fassung verlieren lassen, ich hin und wieder die Balance verliere, wie schnell kann ich mich wieder selbst „abholen“, mich sammeln und aus dieser Haltung heraus ruhig (re)agieren?
    Beispiele: Jemand beschimpft mich und ich bemerke, wie ich wütend werde. Ich atme aus, lasse die Energie abfließen und reagiere angemessen. Oder: Jemand stößt mich, ich komme kurz ins Wanken und ich bewege mich mit der Energie und finde so in meine Stabilität zurück.
  7. Gedankenexperiment: Wie wäre es, wenn Sie den Widerspruch zwischen Eigenbeziehung (sich selbst gegenüber treu bleiben) und äußerer Anpassung gemeistert hätten? Sie könnten z.B. authentisch sein, ohne andere (unnötig) zu verletzen. Sie könnten beispielsweise auf Druck, Zwang usw. verzichten. Andere Menschen würden Ihnen gerne folgen und Ihre natürliche Autorität akzeptieren. Sie könnten sich klar positionieren und Ihren eigenen Weg gehen, ohne einen Verlust an Respekt und Mitgefühl für und durch andere.
    Wie würde sich das auf Sie selbst, andere, Situationen usw. auswirken? Wozu könnten Sie dann wesentlich mehr beitragen? Wie würde dies Ihr Lebensgefühl bzw. Ihre Lebensqualität möglicherweise verändern?

Ein glückliches & gesundes neues Jahr wünscht Ihnen
Ihr Conzendo-Team

Sabine Babnick & Jürgen Weist