Alles ist Beziehung …

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Im Blickpunkt: Alles ist Beziehung …

von Jürgen Weist

Schaut man durch die Brille der klassischen Physik, besteht das gesamte Universum aus Schwingungen.
Und die Welt in der wir leben, ist quasi eine Beziehung zwischen diesen Schwingungen und unserem Nervensystem. In einer Welt ohne Augen gäbe es kein Licht, ohne Tastsinn keine Berührung und ohne Hörsinn keine Töne.

Die Antwort auf eine alte Frage aus der Kybernetik, wenn im Wald ein Baum umfällt und das niemand hört, macht der Baum dann ein Geräusch oder nicht, ist letztlich ganz einfach. Geräusch ist eine Beziehung zwischen einer Luftschwingung und einem Trommelfell. Wenn die Schwingung auf kein hörendes Nervensystem trifft, dann entsteht tatsächlich kein Geräusch.

Wir nehmen die Welt anhand von Schwingungen wahr, die unser Nervensystem in Wahrnehmung übersetzt. Oder neurologisch noch direkter: Wir erschaffen die Welt, in der wir leben, selbst und zugleich sind wir etwas, das die Welt hervorbringt. Wirklichkeit ist – so gesehen – eine andauernde Sinfonie, ein Wechselspiel zwischen Musik und ZuhörerIn. Schwingung ist dabei polar oder binär. Vergleichbar mit einem Morsecode entweder „an“ oder „aus“. Streiche ich über die Haut einer Person, so nimmt sie dies wahr. Bewege ich die Hand nicht, so verliert sich irgendwann die Wahrnehmung. Bewege ich die Hand hin und her, so entsteht die Erfahrung von „Streichen“. An, aus, an, aus … Unsere gesamte Wahrnehmung funktioniert so! Licht schwingt beispielsweise so schnell, dass wir das „Aus“ auf der Netzhaut gar nicht bemerken. Bei tiefen Tönen hören (und fühlen wir zugleich) deutlich das Schwingen des Klanges. Alles, was physikalisch existiert, ist Schwingung. Dies zu verstehen, ist fundamental…

wechselwirkungUnsere Seminarreihe „BeziehungsWeise“ ist dabei der Versuch, Nervensysteme für möglichst viel und differenzierte Schwingung zu sensibilisieren. Weil nur das, was wir wahrnehmen können, unsere Wirklichkeit ausmacht. Und – nicht nur physisch – ist diese Wirklichkeit auch gleichzeitig der Raum unserer existierenden Möglichkeiten.
Letztlich: Nicht weniger als unser Leben … Denn wir wirken nicht so sehr über unsere Worte und unser Tun, wir wirken viel mehr dadurch, wie wir sind. Das genau ist die „Schwingung“, die auf das Nervensystem der anderen wirkt. Diese Resonanz ist kein esoterisches Weltbild, sondern knallharte Physik.

Als Fazit: Wenn unser gesamtes Leben wirklich Beziehung ist, dann könnte die Entwicklung unserer Beziehungsfähigkeit ein Schlüsselaspekt für bewusstes und sinnerfüllendes Leben sein.

Herzlichst
Ihr
Jürgen Weist

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