Anpassung oder kann ich meinem Gefühl trauen?

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Im Blickpunkt: Anpassung oder kann ich meinem Gefühl trauen?

von Jürgen Weist

Die Corona- Bedingungen …Menschen, die wir im Moment treffen, haben oft „die Nase voll“, sind mit ihrem Latein und ihrer Geduld langsam am Ende, schwanken oft zwischen Ärger, Ohnmacht und Wut. Keine Angst … wir sind eher Längs– als Querdenker, aber nach über einem Jahr und anfänglichem Vertrauen würden sich manche Menschen einen anderen Umgang mit der Situation wünschen. Vielleicht wahrhaftiger …
Und dieser Newsletter wird auch Impulse anbieten, wie Sie friedvoller und entspannter durch diese Zeit kommen …

Aber ich fange mal an mit unserer ganz subjektiven „Ein- und Auf-Ladung“. Sie können die Aspekte ja nutzen, um diese in Ihrem Wirkungsumfeld konstruktiv(er) zu gestalten.

Wahrheit1

  1. Gerechtigkeit (und Ehrlichkeit):
    Immer mehr Menschen haben das Gefühl, dass es einen Vorder- und Hintergrund gibt. Und dass ein unterschiedliches Maß angelegt wird. Privat gibt es massive Einschnitte, während z.B. die Wirtschaft größtenteils ungeschoren bleibt. Die Moral verändert sich, auch weil sich einige an der Not der anderen bereichern. Die Begründungen und Maßnahmen wechseln, ein wenig wie in einem Spiel, in dem ständig die Spielregeln geändert werden, wenn das Ergebnis nicht das Gewünschte ist. Zum Teil auch losgelöst von wissenschaftlichen Erkenntnissen. Mitgefühl für massiv Betroffene hält sich in Grenzen. In manchen Momenten würden wir uns Politiker wünschen, die ihre Regeln auch glaubwürdig auf sich selber anwenden … (mit im Boot sitzen).
  2. Solidarität
    Wird beschworen, aber praktisch werden Menschen (noch mehr) gegeneinander ausgespielt. Mit Abstandsregeln voneinander entkoppelt. Beispielsweise hat sich die Armutsentwicklung in Corona-Zeiten offensichtlich sogar noch beschleunigt. Konzerne erhalten Subventionen, um dann Gewinne an Aktionäre auszuschütten (z.B. VW). Einzelunternehmer warten auf Unterstützung. Wir sind gespannt auf die Insolvenzmeldungen nach der Bundestagswahl… (hoffentlich liegen wir daneben …). Und die Diffamierung Andersdenkender nimmt an Fahrt zu. Querdenker, Muffel, Esoteriker … wer nicht dafür ist, ist dagegen. Toleranz ade… Ein „entweder-oder-Bewusstsein“ wächst. Die Spaltung und Vereinzelung nimmt aus unserer Perspektive eher zu …
  3. Freiheit
    Die Freiheitsrechte der Menschen werden eingeschränkt. Man kommt sich vor, als mache man vieles falsch und müsste dann (wie von den Eltern) dafür abgestraft werden. Argumentationsketten, wie …“jetzt dürfen wir zu Ostern die Sommerferien“ nicht gefährden, nutzen sich durch Wiederholung ab. Die Vorschriften mit „du musst, du darfst nicht, das ist verboten, du sollst …“ werden immer länger und wechseln je nach Tagesfokus. Diese „Du bist nicht okay“- Botschaften fördern die Selbstablehnung enorm. Besonders interessant fanden wir die Diskussion um das Thema Mallorca-Reisen herum … für uns in erster Linie eine projektive Neiddebatte. Da fahren doch die Leute nach Spanien und ich darf nicht X, Y oder Z. Da werden Zusammenhänge hergestellt und Begründungen geliefert, da läuft es uns kommunikativ kalt den Rücken hinunter.

So, nun genug angemerkt. Auch wahr ist und bleibt, die Situation ist epidemisch und gesellschaftlich anspruchsvoll. Und es ist viel leichter zu meckern, als gut und angemessen beizutragen. Aber …und wir möchten gern für eine (neue) Ausgewogenheit plädieren, denn wenn Menschen ihrem Gefühl keinen Ausdruck mehr geben können oder dürfen, dann kränkt das … und schafft nur mehr Zorn, Wut und Aggressionen, mit denen wir als Gesellschaft dann wieder umgehen dürfen. Die Hauptbotschaft lautet: Trauen Sie Ihrem Gefühl! Gefühle sind nicht automatisch richtig, aber immer eine hervorragende Informationsquelle und etwas mit dem man umgehen darf, wenn es gut werden soll …

Lesen Sie bitte auch den heutigen (zugegebenermaßen leicht therapeutisch angehauchten) Denkanstoß und es würde mich bzw. uns zutiefst freuen, wenn Sie in Ihrem Umfeld oder Wirkungskreis dafür sorgen könnten, dass es ein wenig gerecht(er) und ehrlich(er) zugeht. Das wir – so gut es geht – miteinander kooperieren (solidarisch sind). Und dass unsere Lebenskraft so frei wie möglich konstruktiv fließen kann. Was immer das situativ auch konkret bedeutet … da vertrauen wir auf Ihr Einfühlungsvermögen.
Gutes Gelingen …und Ihnen trotz der Umstände möglichst viel Freude, Neugier und Wohlbefinden.

Herzlichst
Ihr
Jürgen Weist