Welchen Unterschied macht das Lernen im Seminar?

Oft fragen sich Menschen, soll ich wirklich ein Präsenz-Seminar besuchen oder reicht nicht vielleicht ein Onlineangebot oder ein Buch? Lohnt sich unter Umständen ein persönliches Coaching von Angesicht zu Angesicht? Was ist für mich der beste Weg des Lernens? Welche Art von Wissen möchte ich erwerben?

Die nachstehende Einteilung soll auf diese und andere Fragen eine mögliche Antwort geben und eine Hilfe für Ihre persönliche Auswahl sein.

Wir unterscheiden drei Arten des Wissens (Lernens), wobei jede ihren Anwendungsbereich hat:

  • das formale Wissen (durch bewusstes Lernen)
  • das intuitive Wissen (Kombination bewusstes &  unbewusstes Lernen)
  • das interaktive Wissen (bewusstes & unbewusstes Lernen plus Wirkung erfahren)

1. Das formale Wissen (durch bewusstes Lernen)

Dies ist das Wissen, das ich erhalte, wenn ich rein technisch Wissen reproduziere, ohne den Inhalt tiefer verstehen zu müssen. Beispiel: Ich lerne eine Vokabel (z.B. "druxe spronse") sprechen, muss aber nicht ihre komplette Bedeutung erfassen. Dies beschreibt lediglich mein Können, Worte zu reproduzieren - ich habe noch kein tieferes Wissen, worum es genau und wie es geht. Dies beschreibt oft das Lesen oder Lernen über digitale Medien: Ich lese etwas - verstehe aber noch nicht gleich jede Bedeutung. Dieses Lernen geschieht überwiegend bewusst und wird auch "lautes Wissen" genannt. Mit diesem Wissen kann ich die Oberfläche berühren ...und manchmal reicht das völlig. Um ein Auto zu fahren, brauche ich kein Verständnis der Elektronik.

2. Das intuitive Wissen (Kombi bewusstes & unbewusstes Lernen)

Dies ist das Lernen mit gesundem Menschenverstand. Ich bekomme von einem Vorbild "lautes Wissen" in Form von sprachlichen Informationen und "stummes Wissen" durchs Vormachen. Beispiel: Sie lernen Judo. Die Grundprinzipien kann man zwar nachlesen, doch die Komplexität der Bewegungsabläufe und das wirkliche Begreifen geschieht durch das Nachahmen des Trainers. Gleiches gilt für den Handwerksmeister und den Auszubildenden. Der Gärtnermeister, der seinem Schüler die Fähigkeit des "grünen Daumens" vermitteln möchte, kann dies nicht ausschließlich per sprachlicher Informationen (ist viel zu komplex). Die Vermittlung solcher umfassenden Fähigkeiten passiert überwiegend unbewusst per Nachahmung! Intuitives Wissen kann ich als Schüler nur von einem Lehrer lernen! Dieses Wissen dringt über die Oberfläche in die Tiefe der Wirkzusammenhänge ein.

3. Das interaktive Wissen (Kombi bewusstes & unbewusstes Lernen plus Wirkung)

Dies ist sozusagen das intuitive Wissen plus Erfahrung. Sie berühren und erforschen selbst und machen sich - im positivsten Sinne des Wortes - " selbst die Hände schmutzig". Hier geht es um das Probieren und Nacherleben. In dieser Stufe des Lernens geht es um folgendes:
Ihr eigenes Vorwissen, "lautes und stummes" (bewusstes und unbewusstes) Wissen in seiner Wirkung auf die Welt und Menschen zu erproben und in diesem Feedbackkreislauf fortlaufend zu optimieren.

Beispiel: Sie üben Judotechniken mit einem Partner oder der Gärtnerauszubildende pflanzt seine Steckling, hegt und pflegt sie. In beiden Fällen steht der Trainer als Meister unterstützend zur Seite und hilft da, wo es nötig ist. Und: Sie haben Zeit und Raum (in der schützenden Atmosphäre einer Ausbildungszeit), Ihre Fähigkeit vor dem Ernstfall im Alltag substanziell zu verdichten.

Dies ist die höchste Qualität der Wissensvermittlung, sozusagen der Premiumbereich, da sie bewusstes/ unbewusstes Lernen kombiniert und um die vertrauensstiftende Dimension der Erfahrung erweitert. Mit diesem Wissen beherrsche ich die Oberfläche und beginne mit den tieferen Wirkzusammenhängen spielen zu können ...

Unser Fazit:

Für uns ist die Form des analog erworbenen, interaktiven Wissens diejenige, die die umfassendste Qualität (Oberfläche und Tiefe) fürs Leben bietet. Aus diesem Grund glauben wir auch, daß sich eher komplexe Fähigkeiten wie Kommunikation, Tanzen, handwerkliche und künstlerische Fähigkeiten und entsprechendes nur durch einen Präsenz-Ausbildung optimal lernen lassen. Bücher, Vorträge, digitale Angebote usw. haben für uns in diesem Zusammenhang einen guten ergänzenden Charakter.

Entscheiden Sie selbst, welche Art von Wissen Ihr Leben bereichern soll ...