Resilienz einmal kritisch bewertet

Warum das? Na, ja, ich habe das Thema 2016 schon einmal „aufgearbeitet“ und bei neuerlichem Studium bemerkt, dass es inzwischen vereinzelt Stimmen gibt, die das Thema Resilienz durchaus auch kritisch beäugen. Worum geht es da im Kern?
Resilienz integral betrachtet…

Resilienz als Wort stammt eigentlich aus der Werkstofflehre, wo es darum geht, inwieweit ein Werkstoff die Fähigkeit besitzt, nach Verformung in seine ursprüngliche Form zurückzuspringen. Betrachtet man Resilienz als psychischen Wirkfaktor so könnte es darum gehen, wie Menschen besser mit Stressauslösern und Belastungen umgehen, ja möglicherweise sogar gestärkt aus ihnen hervorgehen. Wie Menschen (und Organisationen) sich Gesundheit, Leistungsfähigkeit, Lebensqualität und Freude am Tun erhalten bzw. wieder neu finden.
Wie ans Unvergängliche andocken?

Stress macht manche von uns „wuschig“…, oder? Egal, wie realistisch Sorgen sind oder nicht. Fragen könnten sein: Wie können wir mehr und öfter in Ruhe, Gelassenheit und Entspannung eintauchen? Warum ist Muße vielleicht (gerade in diesen Zeiten) (über)lebensnotwendig?
Ich möchte Ihnen da eine spezielle Überlegung anbieten.
Wer will schon ängstlich sein…?

Vieles von dem, was dem Leben Sinn und Orientierung gibt, ist im Moment in Bewegung, oder?
Auch wenn im Leben irgendwie schon immer Veränderung dran war… panta rhei… gefühlt war das Leben selten so flüchtig, vergänglich und unbeständig wie im Moment. Was passiert da eigentlich?
Verzichten können…

Verzicht könnte man als eine Art Fasten, eine bewusste Entsagung bezeichnen. Ein „Unterbrechen“ (weniger, ganz) von inneren und/ oder äußeren Gewohnheiten, innerhalb der eigenen Grenzen und Möglichkeiten. Verzicht setzt „Freiwilligkeit“ voraus.
Loslassen ist Erfahrung, keine Theorie.

Meine Vorannahme: Wir leben in einer Kultur des Festhaltens bzw. des „Bewirken-wollens“. Wir wollen „haben“ und Erreichtes „behalten“, weil es uns eben Halt bietet. Halt bieten uns dabei Bezugspunkte wie z.B. Finanzen, Versicherungen, Job, die uns „Sicherheit“ vermitteln. Sicherheit in Bezug auf was?
Objekt oder Subjekt?

Also… die nachfolgende Idee kann sowohl als Test als auch als praktische Übungen verstanden werden…
Die Ausgangsthese ist:
Zuwendung als Wirkprinzip

Zuwendung als Wirkprinzip, was soll das heißen?
Als Erklärungsmodell: Im Prozess der Bewusstwerdung durchläuft der Mensch u.a. die Phase der selbstgewissen Ich-Werdung (Individuation). Ein Preis dafür ist die Erfahrung von Getrenntheit.
Die Grenzen des Machens

Also, damit kein unrichtiger Eindruck entsteht: Die heutigen Texte sind kein Plädoyer für Passivität oder Nichtstun. Ganz im Gegenteil. Sie beschreiben jedoch eine besondere Haltung, in der das hochaktive Element auf die Ebene der Wahrnehmung, also was wir für wahr nehmen, verlagert.
Weniger machen – mehr entstehen lassen…

Vielleicht kennen Sie auch das folgende Phänomen: Sie dachten, Sie würden eine Person oder eine Sache kennen und dann… merken Sie plötzlich: Nein, so genau kenne ich das bzw. die Person eigentlich gar nicht. Meist geht dem eine ungewöhnliche Erfahrung voraus.